Halfing – Im Festspielhaus Immling ging der 11. Internationale Gesangswettbewerb mit einer festlichen Operngala der Finalisten zu Ende. Die Jury unter Vorsitz von Festivalintendant Ludwig Baumann hatte keine leichte Aufgabe, aus der Finalrunde mit den 14 jungen Gesangssolisten die Gewinner herauszufiltern. Mit fünf Sängerinnen und vier Sängern waren die Koreaner in der Überzahl und punkteten mit gut ausgebildeten Stimmen und erstaunlich deutlicher Diktion. Die weiteren Finalisten stammten aus den USA, aus Slowenien, der Ukraine und Deutschland.
Mit 25 Arien von zwölf Komponisten – von Mozart bis Puccini, von Donizetti bis Verdi – boten die „Stars von morgen“ ein reichhaltiges Programm. Die Bad Reichenhaller Philharmoniker gaben den Gesangssolisten das orchestrale Geleit. Am Pult war der opernerfahrene Kai Röhrig, Professor am Mozarteum Salzburg, für die erkrankte Cornelia von Kerssenbruck eingesprungen. Das gesangliche Niveau der Teilnehmer hielt sich großteils die Waage, so dass Ludwig Baumann am liebsten alle mit einem Preis bedacht hätte, wie er sagte. Aber am Ende war sich die Jury dann doch rasch über die Gewinner einig.
Der mit 5000 Euro dotierte erste Preis ging an die 27-jährige koreanische Sopranistin Ahyoung Kim und der mit 3000 Euro dotierte zweite Preis an die 31-jährige amerikanische Mezzosopranistin Margaret Newcomb. Der 29-jährige koreanische Tenor Tae-Hwan Yun konnte sowohl den dritten Preis als auch den Liedpreis mit 1500 Euro und 300 Euro entgegennehmen. Den Mozartpreis mit 500 Euro hatte sich die 29-jährige koreanische Sopranistin Yeani Lee verdient und der Publikumspreis über 500 Euro wurde der 28-jährigen Sopranistin Hanna Tverdova aus der Ukraine verliehen. Die drei Nachwuchssopranistinnen Tea Trifkovic, Veronika Seghers und Eunsoo Lee, 22, 23 und 20 Jahre alt wurden mit dem Jugendpreis mit je 300 Euro ausgezeichnet und erhielten dazu noch den Sonderpreis von je einem Abendkleid im Wert von je 300 Euro.
Der nun seit elf Jahren etablierte Internationale Gesangswettbewerb Immling als eine Aktivität des Lions Club möchte begabten jungen Sängern Brücken bauen zwischen Ausbildung und Beruf. Die Anmeldungen sind zahlreich und die jungen Solisten kommen von überall her, unter anderem aus China, Korea, Südamerika, Russland.
Deutschland sei mit seinen 90 Opernhäusern das Mekka des Gesangs, wie Baumann anmerkte: „Sänger sind Tag und Nacht mit ihrem Instrument beschäftigt und üben ihren Beruf aus Leidenschaft aus. Viele, die in Immling angefangen haben, singen inzwischen an großen Häusern.“ Deshalb verstehe sich Immlings grüner Hügel als wichtige Adresse für Nachwuchssänger, die hier jedes Mal, ungeachtet ihrer Nationalität, eine große harmonische Familie abgeben.