„Sensible“ Kunst in Grainbach

von Redaktion

Neue Ausstellung des Samerberger Künstlerkreises präsentiert zehn Künstler

Samerberg – „Sensibel“ heißt die aktuelle Ausstellung des Samerberger Künstlerkreises in Grainbach am Samerberg. „In unserer letzten Ausstellung zeigten wir überwiegend großformatige und farbenfrohe Objekte. Diesmal präsentieren zehn Künstler jeweils zehn mittelformatige Arbeiten“, sagte der Vorsitzende des Künsterkreises, Hermann Erhard, bei der Ausstellungseröffnung.

Dabei erörterte er die Frage, ob Künstler sensibler seien als „normale“ Menschen. Und wie weit der Weg sei vom kreativen Funken bis zur fertigen Arbeit.

Allesamt versuchten die ausstellenden Künstler, das vorgegebene Thema auf ihre ganz eigene Art und Weise umzusetzen. Dagmar Haitzinger tut dies mit ihren Fotografien, die sie zumeist digital bearbeitet. Sie zeigt, wie in den Pflanzen und Blumen neues Leben entsteht. In der Filze richtet sich das Hochsommergras auf. Das Wildrosenlaub zeigt sich im Herbstkleid oder das junge Ahornblatt „räkelt sich“ in der Maisonne.

Maria Mertens sieht die Welt in ihren Fotografien durch die Glaskugel, so in einem Hoffnungsschimmer. Ähnlich sensibel betrachtet sie die Vergänglichkeit. Michael Heise hat die Stille in der Natur in seinen Fotografien eingefangen oder den Schatten im Spiegel.

Besonders zartfühlend kommt das Thema in den Aquarellen zum Ausdruck. Maria Lesser entdeckt die Sensibilität in den Naturkräften oder im winterlichen Park. Michael Roggendorf gibt in seinen Aquarellen die Morgenstimmung am Samerberg wieder und wirft einen zärtlichen Blick auf die Landschaft um die Hochries.

Auch Dieter Zibauer stellt sich mit einem abstrakten Aquarell vor. Es hat den Titel „Mein Herzinfarkt“, ist in zarten Farben gehalten und erinnert an ein zartgliedriges zweigeteiltes Spinnennetz. „Obwohl der Infarkt bereits 20 Jahre zurückliegt, ist das Erlebnis immer noch präsent“, erzählt Zibauer. Ansonsten präsentiert er Holzschnitt-Farbdrucke, die unter anderem von der Sphärenharmonie erzählen. „Fragmente“ heißt ein Tiefdruck auf Papier, wobei bereits der Titel Sensibilität zeigt. Auffallend in der Ausstellung sind die Kalligrafien von Heike Weber mit Zitaten von Seneca bis Schiller, die den Betrachter berühren.

Auch Dirk Waltenbauer überrascht. Neben seinen fantasievollen, feenhaften Bildern wie die Farbstiftzeichnung „Falling Rose“ zeigt er zwei Filzstiftzeichnungen mit den trefflich gelungenen Porträts von Konrad Adenauer und Jaques Yves Cousteau. Ironisch und dennoch sensibel sind die Tuschen auf Karton. Da sitzt ein dicker, schwerer Vogel in der Mitte eines Kabels zwischen zwei Telegrafenmasten. Die kleinen Vögel auf der rechten und linken Seite scheinen keinerlei Chance zu haben. Witzig und dennoch berührend ist der Rabenschwarm, der „das Matterhorn elegant überfliegt“. Allesamt Cartoons, die den Betrachter ob ihrer tieferen Bedeutung zum Nachdenken anregen.

Zwischen den Bildern in allen möglichen Techniken befinden sich die Keramiken im Holzofenbrand von Christa Pfeifer-Chorus. Gleichwohl die Skulpturen, Schalen und Teller äußerst fragil sind, möchte sie der Betrachter am liebsten anfassen, um die sensiblen Strukturen zu erfühlen.

Bis 24. März

Die Ausstellung ist bis 24. März freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr in Grainbach am Samerberg, Oberdorf 16 zu sehen.

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