Bad Aibling – Mit Mozarts Divertimento in Es-Dur KV 563 konnte das Orion Streichtrio gleich zu Beginn des Konzertabends im kleinen Kursaal von Bad Aibling seine überragende, fein ausbalancierte Klangkultur unter Beweis stellen. In dem 1788 komponierten sechssätzigen Werk zeigten Soyoung Yoon und Veit Hertenstein (Violine) sowie Benjamin Gregor Smith (Violoncello) nicht nur hohe Virtuosität, sondern standen auch stets ebenbürtig in einem hochdifferenzierten musikalischen Gespräch.
Den absteigenden Dreiklang des Hauptthemas im Allegro mit seinen motivischen Verdichtungen spielte das Orion Streichtrio melodisch zart, das Adagio ruhig dahinströmend. Heiter und beschwingt erklangen die beiden Tanzsätze, zum Mitsummen eignete sich das eingängige melodische Thema im abschließenden Allegro. Für seine technisch brillante und feinsinnige Interpretation erhielt das Streichtrio vom Publikum heftigen Applaus.
Schuberts Streichtrio in B-Dur ist ein freundliches Fragment, das die Musiker mit großer Spielfreude und Akkuratesse zum Erklingen brachten.
Einen Kontrast dazu bildete das Intermezzo für Streichtrio von Zoltán Kodály. Sein weicher, folkloristischer Charakter kam im Spiel des Orion Trios klangschön zur Geltung. Effektvoll waren die Pizzicati des Cellos, dessen dunkel herber Ton gefangen nahm.
Mit der Serenade von Ernst von Dohnányi durfte sich das Publikum am Zauber der ungarischen Spätromantik erfreuen. Auf einen rhythmisch scharf akzentuierten Marsch im Allegro folgte ein elegisches Adagio ma non troppo, in dem die zweite Geige mit einem melodischen Thema betörte. Das Scherzo erzeugte eine flirrende Nervosität. Die drei Instrumente vollführten in diesem Satz einen aufwühlenden musikalischen Reigen, schienen sich gegenseitig zu jagen und ins Wort zu fallen. Wiegenden Wohlklang verströmte das Andante con moto, mit unglaublicher Dynamik spielte das Orion Trio schließlich das fetzige Allegro vivace.
Für den stürmischen Beifall bedankte sich das Orion Streichtrio mit dem spritzigen Scherzo aus dem dritten Streichtrio op. 9 von Ludwig van Beethoven.