Den flüchtigen Moment „festgehalten“

von Redaktion

Heinz-Martin Weiand und Robert Schmidt-Mattbeim Kunstverein Rosenheim

Rosenheim – „Festgehalten“ – so lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Kunstmühle. Der Kunstverein Rosenheim präsentiert in seinen lichtdurchfluteten Räumen Fotografien des Rosenheimer Fotografen Heinz-Martin Weiand und aus Stein gearbeitete Werke des Berliner Bildhauers Robert Schmidt-Matt.

Heinz-Martin Weiand wurde 1955 in Oberhausen geboren, schloss 1986 die handwerkliche Ausbildung zum Fotografenmeister ab und lebt seit 2008 als selbstständiger Fotograf in Rosenheim. Robert Schmidt-Matt wurde 1954 in Berlin geboren und studierte an der Hochschule der Künste Berlin Malerei bei Fred Thieler und Gerhard Fietz sowie Bildhauerei bei Michael Schoenholtz. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Ihre Werke und die gegensätzlichen künstlerischen Techniken führen in den Räumen einen spannenden Dialog und ergänzen sich. An den Wänden hängen die Fotografien Weiands: Sie fangen das Schwerelose und Flüchtige des Mediums Wasser ein. In seinem Atelier arbeitet Weiand mit einer Art „Wasser-Labor“, in dem er mit kleineren und größeren Wassermengen experimentiert. Das Wasser wird gegossen, aus dem Raum geworfen und aus dem Glas gekippt, wodurch auch der Fotograf zu einem „Tanz hinter der Kamera“ gezwungen wird. „Die Bilder lassen uns staunen, wie vielfältig Wasser sein kann, mal erlangt es eine verblüffende gläserne oder metallische Festigkeit, mal sieht man sie wie zarte, sich überlagernde Fasern“, sagte die Kunsthistorikerin Dr. Elena Balun in ihrer Einführung.

Boden und Mitte des Raumes nehmen die aus schwerem Stein gemeißelten Arbeiten von Schmidt-Matt ein. Stein ist ein Material, dessen Bearbeitung erheblichen Kraftaufwand erfordert und Dauer und Erhabenheit vermittelt. Nach und nach arbeitet sich Schmidt-Matt in seinem Schaffen vertikal zum Inneren des jeweiligen Steins vor. Er zerlegt seine Objekte in Teile und Strukturen. Verblüffend ist, wie er mit Formen Bewegung ausdrücken kann, die einzelnen „Bauteile“ verschränken sich oft und drücken Lebendigkeit aus, wie beispielsweise in der Skulptur „Alle beieinander“ oder der Arbeit „Verwirbelt“.

Gemeinsam ist den Werken beider Künstler wie im Ausstellungstitel ausgedrückt, das Festhalten eines flüchtigen Moments, sowie die zu einem Ganzen kombinierten Einzelteile.

Geht man durch den Raum und betrachtet die Werke aus verschiedenen Perspektiven, ergeben sich immer neue Muster, die auch durch das einfallende Licht weiter variert werden.

Am Freitag, 29. März, um 19 Uhr findet ein Künstlergespräch statt. Heinz-Martin Weiand und Robert Schmidt-Matt treten in ein Gespräch mit Peter Weigel.

Bis 21. April

Geöffnet ist die Ausstellung in den Räumen des Kunstvereins in der Klepperstraße 19 jeweils am Donnerstag, Freitag und Samstag von 14 bis 17.30 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17.30 Uhr. Die Ausstellung dauert noch bis zum 21. April.

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