Japanische Liebeslieder unter Kirschblüten

von Redaktion

Ein Konzert für die Städtepartnerschaft Rosenheim-Ichikawa mit Musik von Bach und modernen japanischen Komponisten

Rosenheim – Die Michaelskirche diente als Konzertsaal für ein Konzert des Fördervereins Städtepartnerschaft Ichikawa-Rosenheim – folgerichtig musizierten zwei gebürtige Japanerinnen: An der Orgel saß Kaori Mune-Maier, in Osaka geboren und nunmehr in Bad Aibling lebend, es sang Kayo Hashimoto. Die Kirche war trotz des Biergartenwetters gut gefüllt, unter anderem mit dem 25-köpfigen Kayo-Hashimoto-Fanclub aus Degerndorf: Dort leitet die Sängerin den Männerchor.

Mit Bach begann’s: Sein Präludium und der Fuge in a-Moll BWV 543 spielte Kori Mune-Maier an der nicht gerade konzertreifen Orgel mit einem dynamisch belebten und frei phrasierenden Präludium und einer beschwingt-schwungvollen und am Ende agogisch befeuerten Fuge, alles transparent registriert. In aller Ruhe und Sorgfalt und mit überlegter Phrasierung floss die Choralbearbeitung von „Liebster Jesu, wir sind hier“ BWV 731 dahin.

Kayo Hashimoto sang zwei Kantaten-Arien und die „Erbarme-dich“-Arie aus der „Matthäuspassion“. Auch wenn Bach, wie sie sagte, ihre Liebe ist – ihre Welt ist er nicht. Zu opernhaft, zu volltönend und zu überdramatisch sang sie diese Arien.

Dafür bezauberte diese so fröhliche und vor Mitteilungsdrang berstende Sängerin mit sechs japanischen Liedern, in denen sie die ganze Bandbreite ihres Soprans entfaltete, vom hauchzarten Pianissimo bis zum vollstrahlenden Forte. „Sakura“, die japanische Kirschblüte, war das Thema zweier schwermütiger Liebeslieder von Kousaku Yamada (1886 bis 1965) und Yoshimo Nakada (1923 bis 2000), elegisch-melancholisch war das Lied „Koujou no tsuki“, zu Deutsch „Die Ruine im Mondlicht“, eines der ältesten japanischen Kunstlieder von Rentarou Taki (1879 bos 1903), das zum Volkslied geworden ist.

Ein bisschen lustiger ist „Chinchin chidori“ von Hidemaro Konoe (1898 bis 1973), das das Gezirpe und Gezwitscher von Küken musikalisch illustriert. In das Lied „Kaya no kiyama“ von Kousaku Yamada, das eine japanische Landschaft mit Bäumen beschreibt, mischten sich der Klang der abendlichen Kirchenglocken. Völlig entfesselt sang und tanzte mit ausgebreiteten Armen Kayo Hashimoto schließlich das Tanzlied „Matsushima Ondo“ von Kousaku Yamada und begeisterte damit endgültig die Zuhörer für japanische Musik.

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