Musik aus dem Mainstream der Frühklassik

von Redaktion

Die Accademia di Monaco gastiert beim Wasserburger Rathauskonzert

Wasserburg – Den Organisatoren der Wasserburger Rathauskonzerte fällt stets Neues ein, um Zuhörer zu fesseln, ja, auch um musikalische Bildung zu erweitern: Diesmal standen Werke aus dem Umfeld Wolfgang Amadeus Mozarts zu Gehör; sozusagen aus dem „Mainstream“ der damaligen Zeit, von der Basis, aus der heraus die Genies wuchsen und schufen.

Joachim Tschiedel hat hierzu zusammen mit der Geigerin Mary Utiger ein Ensemble aus Musikstudenten um sich versammelt und für den Abend in Wasserburg einige Oboisten und Hornisten zur Ergänzung hinzugezogen.

Musik um Mozart herum: Wenn der junge Wolferl mit acht oder neun Jahren, wohl noch kindhaft in der Ausführung, sich mit Erwachsenen maß, so war doch bei seinen Beiträgen erfrischend festzustellen, dass da nicht „Mozart light“ oder gar ein „Mozartl“ über die Bühne ging, sondern Musik, wie sie seinerzeit „in“ war, ganz im Sinne der Mannheimer Schule, zum Beispiel in der damals neuen Manier, mit Tremolopassagen der Streicher Dynamik zu erzeugen.

Zwei Sinfonien aus der Hand des Kindes, und dann: Eine Arie nach Metastasios Oper „Artaserse“. Die im Anschluss gespielten Arien gleicher Vorlage von einem Pasquale Anfossi oder Felice Allessandri ließen dann doch die größere Reife der älteren Komponistenkollegen offenbar werden. Solche Überlegungen traten jedoch hintan, als Reka Kristof mit machtvollem und zum Lyrischen hin wandlungsfähigen Sopran ein Zeugnis damaliger Opernpraxis ablegte.

Nach der Pause wartete das Ensemble auf mit einer die Hörer zunehmend ansprechenden Sinfonie des Mozart-Zeitgenossen Josef Schmitt. Fesselnd insbesondere, weil im Adagio einer der jungen Geigerinnen ein Solo zuteil wurde, in dem in aller Klarheit und Schönheit der Wert historischen Instrumentariums zutage trat.

Die Sinfonie g-Moll des Bach-Sohns Johann Christian darf man getrost zu den Höhepunkten des Abends zählen. Diese Musik war nun nicht mehr nur vom „Mainstream“ dieser Zeit geprägt, sondern wegweisend, nicht zuletzt für den jungen Mozart. Die Streicher kosteten den herben Reiz ihrer mit Darm besaiteten Instrumente aus und ließen in Springbogentechnik ihrem Rhythmusgefühl freien Lauf.

Zum Schluss war nochmals Wolfgang Amadeus Mozart dran, diesmal als gereifter junger Mann, mit der Konzertarie „Voi avete un cor fedele“, und Rekta Kristof sang unter Aufbietung all ihrer Klangregister zur Freude der Zuhörer. Ein interessanter Abend für die Konzertbesucher.

Artikel 4 von 11