Schreiner und Kabarettist aus Leidenschaft

von Redaktion

Interview Stefan Kröll mit neuem Programm „Goldrausch 2.0“ am 6. April im Ballhaus

Rosenheim/Feldkirchen-Westerham – „Goldrausch 2.“, so heißt das neue Programm, das Stefan Kröll am Samstag, 6. April, im Ballhaus Rosenheim vorstellt. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erzählt der Schreinermeister und leidenschaftliche Kabarettist über sein Leben, seine Stücke und seine Intentionen.

Herr Kröll, wo sind Sie zu Hause?

Ich bin in Feldkirchen-Westerham geboren und dort wohne ich auch mit meiner Familie. Hier komme ich her und hier bleibe ich.

Wie wird man vom Schreinermeister zum Kabarettisten? Und ist nach dem Erfolg mit Ihrem Soloprogramm „Gruam – Bayern von unten“ Kabarettist inzwischen Ihr Hauptberuf?

Nein. Ich bin mit Herzblut Schreiner, stehe aber auch gern auf der Bühne und bringe die Leute zum Lachen. Daher hieß mein erstes Kabarettprogramm auch „Herzblut Schreiner“. Ich habe schon immer gern vor Publikum was vorgetragen. Früher, mit 18, 19, mit meiner kleinen Schwester zusammen. Unser Repertoire umfasste vor allem Fredl Fesl – mein Idol – und die Biermösl Blosn. Man muss es mögen, bei Geburtstagsfeier aufzutreten. Wenn man merkt, es gibt einem was, dann entwickelt sich eine Gier nach Bühnenpräsenz. Angeblich habe ich das Talent zum Fabulieren und Geschichtenerzählen von meiner Oma und meinem Opa geerbt (lacht). Inzwischen nehmen beide Berufe etwa gleich viel Zeit in Anspruch. 35 Stunden die Woche arbeite ich in der Regel in meinem Planungsbüro, und zwei bis dreimal die Woche bin ich abends mit meinem Kabarettprogramm unterwegs. Zwischendrin sammle ich Ideen, schreibe neue Texte und lerne mein Programm. Ich mag keinen meiner Berufe mehr missen.

Was bedeutet es für Sie, Kabarettist zu sein?

Auf humorvolle unterhaltsame Art Dinge erzählen, die mich selbst interessieren und begeistern. Ich bin ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler und möchte auf unterhaltsame und schräge Art Wissen weitergeben. Für mich ist es spannend, über Dinge zu erzählen, die normalerweise nicht im Kabarettfundus zu finden sind. Oftmals sind dies scheinbar trockene oder schwierige Themen wie „Königxx 1806“ – die Geschichte der bayerischen Könige. Ich bereite die Themen auf skurrile Weise auf und versehe sie mit unerwarteten Querverbindungen. Für mich ist es wichtig, dass die Zuschauer darüber lachen können, dass die Stücke spannend werden, gute Unterhaltung bieten, neue Informationen und Hintergrundwissen liefern, ohne langweilig oder belehrend zu sein.

Haben Sie ein Tabu auf der Bühne?

Politisches Kabarett. Auch das Mann-Frau-Klischee im Kabarett ist für mich kein Thema. Ich mache auch kein Programm mit erhobenem Zeigefinger, will nicht betroffen machen. Ich werde oft als Geschichtenerzähler bezeichnet und ich fühle mich wohl dabei.

Was erwartet uns bei „Goldrausch 2.0“?

„Goldrausch 2.0“ ist mein zweites Soloprogramm und ein weiterer Schritt nach vorne – hin zu noch mehr skurrilen Gedanken, zu noch schrägeren Geschichten. Während sich ein „Goldrausch 1.0“, der auch im Stück vorkommt, mit den Goldschürfern in Alaska, im bayerischen Wald und am Schliersee beschäftigt, oder mit den Goldräubern bei den Inkas und Mayas, handelt „Goldrausch 2.0“ von der Gier des Menschen, mehr erreichen und mehr haben zu wollen, als man eigentlich braucht. „2.0“ ist für mich die oft irrwitzige Suche der Leute nach dem schnellen Glück, sei es mit Aktien oder als Start-ups. Immer wieder sind kuriose Brüche eingearbeitet. Aus heiterem Himmel kommt ein Gedanke, der nicht zu erwarten war. Zum Beispiel: „Was hat der Opferkult der Azteken mit RTL2 zu tun?“ Skurrile Geschichten werden mit Inhalten verbunden die zusammenpassen. Niemand braucht Angst zu haben, dass es ein Themenabend wird. In der Vorpremiere hat sich gezeigt, dass „Goldrausch 2.0“ die Leute mitreißt. Diesmal ist mehr Musik dabei – ich selbst am Klavier. Es ist halt ein typischer Kröll. Unterhaltsam, amüsant, vielseitig, schräg ohne zu politisieren oder in Gesellschaftssatire auszuarten.

Bleibt bei so viel Arbeit noch genügend Zeit für Familie und Hobbys?

Da ich mein Büro im Dachgeschoss habe, bleibt viel Zeit mit der Familie. In der Regel sind die Auftritte nicht so weit weg, sodass ich zum Frühstücken immer wieder zu Hause bin. Allerdings müssen sich meine Frau und die Kinder viel anhören, wenn ich Klavier übe oder Texte einstudiere. Wenn’s des Lied zum fünften Mal hören müssen, nervt’s die Kinder schon mal.Interview: Claudia Sieberath

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