Gebirgs-Silhouetten über Farbstreifen

von Redaktion

Bilderausstellung „Farbräume“ von Franz W. Pichler bei Ofenbau Schwarz

Neubeuern – Büroräume, wie auch die von Ofenbau Schwarz, sind nicht unbedingt auch als Galerie gedacht. Der Vorteil der Präsentation in dem durchaus wohnlichen Ambiente am Neubeurer Marktplatz ist aber, dass der Besucher sich dort gut vorstellen kann, wie die Bilder in seinen eigenen Wohn- oder auch Geschäftsräumen wirken könnten. So werden – ganz im Sinne des Ausstellungstitels – die geschmackvoll eingerichteten Schwarz’schen Zimmerfluchten zu „Farbräumen“. Der Künstler Franz W. Pichler hat seine 36 hier gezeigten Werke auch so ausgewählt und gehängt, dass sie sich mit dem vorhandenen Inventar der Räumlichkeiten harmonisch ergänzen.

Pichler, gebürtiger Neubeurer, Jahrgang 1961, besuchte von 1980 bis 1984 die damalige Kunstschule von Hellmuth Zwecker am Marktplatz. Pichler studierte von 1985 bis 1990 Malerei und Kunstgeschichte an der Accademia di Belli Arti in Florenz, an der er mit Auszeichnung abschloss. Seitdem ist er freischaffender Künstler mit Ateliers in Neubeuern und in Palazzuolo in der Toskana.

Pichler malt auf Baumwollgewebe, das er grundiert und darauf dann selbst gefertigte Farben aus Naturpigmenten und Acryl mit ebenfalls selbst hergestellten Pinseln aufträgt. Aus seinem Wissen über alte und moderne Maltechniken und Materialien heraus experimentiert er mit seinen Mixturen, bis Farbe und Viskosität stimmen. Bis zu zehn Farbschichten legt Pichler übereinander. Dieser zeitintensive Prozess lässt sich teils an den Bildrändern noch ablesen.

Im Eingangsflur zeigt der Maler einige seiner farbstarken Großformate. Sie weisen entweder schmale senkrechte Farbstreifen oder aber breite horizontal gegliederte Farbflächen auf, einige auch durch Farbeinsprengsel aufgelockert. Aber es gibt auch nahezu gegenständliche Werke, die an Landschaften am Meeresufer, unscharfe Blicke auf Wasser, auf Strand erinnern, wie zum Beispiel im 120 mal 160 Zentimeter messenden Bild „MAR“. Manche mittelgroßen Formate im Bürotrakt sind ebenfalls starkfarbig; häufig begrenzt Pichler aber seine Horizontalstreifen mit schwarzen oder anthrazitfarbigen Flächen, die an den Draufblick auf eine Inselgruppe oder aber an Gebirgs-Silhouetten gemahnen. Pichler verwendet gerne kräftige Farben, auch neonbunte. In wenigen Werken kreuzen sich breitere Farbstreifen und ergeben so ein Karomuster, meist in eher gedeckten Tönen gehalten, was dem Bild eine gewisse Tiefe verleiht.

Ergänzt wird die Ausstellung von den ersten Exemplaren einer Lampenkollektion des Neubeurer Designerpaares Manfred und Sabine Plonus. Letztere gab eine einfühlsame und pointierte Einführung in das Oeuvre des Künstlers.

Bis 28. April

Die Ausstellung „Farbräume“ von Franz W. Pichler bei Ofenbau Schwarz in Neubeuern, Marktplatz 13, ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 0172/ 8244598 bis

28. April zu sehen.

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