Burghausen – Es war der Abend der Blasmusiker, der mitreißenden Rhythmen, der Party. Es war der Abend, an dem die Jungen den Alten fast die Show gestohlen hätten. Und das kam so: Die Hip-Hop-Jazzer Hypnotic Brass Ensemble stürmten die Bühne, hüpfend, singend, tanzend. Eine Rasselbande vorwiegend junger Musiker, die mit sieben Blasinstrumenten, Schlagzeug, Bass und Gitarre vom ersten Ton an Bühne und Saal zur großen Party riefen, immer in Bewegung.
Mit jugendlicher Unbekümmertheit jagten sie flächige Blasmusik, ekstatisches Bass- und Schlagzeugspiel, treibenden Hip-Hop und harten Funk ins Publikum, das tatsächlich mitging. Mitreißend, frisch und unprätentiös das Spiel, die eine oder andere technische Unsauberkeit oder übermütige Rhythmusverfehlung störte nicht und ging im großen Treiben unter. Am Ende tanzende Gäste stehender Applaus, Jubel – keine Zugabe.
Denn draußen wartete schon der Hauptact, die „Earth Wind&Fire Experience feat. Al McKay“ um den langjährigen Gitarristen und Hitschreiber der Band. 13 Mann, die von der ersten Minute an perfekten Funk und Disco-Sound boten, angeführt vom großartigen Sänger Tim Owens, der minutenlang epische Wechselgesänge mit dem überragenden Saxofonisten Ed Wynne zelebrierte. Da saß jeder Ton, jedes Break, jeder Lauf, vorgetragen mit hoher Kunst und ebensolcher, bisweilen schmerzhaften Lautstärke. Am Ende ein langes Disco-Set mit all den Hits aus den 1970er-Jahren, originalgetreu gespielt, Stimmungsgaranten, routiniert eingesetzt.
Trotzdem überragte am Ende die Unbeschwertheit, und Natürlichkeit der jungen Musiker des Hypnotic Brass Ensembles. Bei Earth Wind&Fire wirkte vieles genau kalkuliert, vielleicht zu sehr geplant. Die mehrfachen Lobhudeleien auf Bandleader McKay, auf all seine Ehrungen und Verdienste kamen dann doch etwas dick aufgetragen daher. Derweil tanzten die Jungs des Hypnotic Brass Ensemble im Publikum zur Musik der großen Vorbilder mit.