Sax in the City

von Redaktion

Das „Duo Millefleurs“ spielt Tangos in der Rosenheimer Stadtbibliothek

Rosenheim – Im letzten Konzert der Veranstaltungsreihe „Bayerische Literat(o)uren“ in der Stadtbibliothek ließen zwei bezaubernde junge Damen tausend Ton-Blüten blühen: Das „Duo Millefleurs“ war zum zweiten Male zu Gast. Es besteht aus Sarah Koberger (Saxofon) und Nestan Heberger (Klavier). Diesmal stand der Tango im Mittelpunkt des Programms. Man hörte, wie viele Facetten, wie viele Farben, Stimmungen und Gefühle ein Tango ausdrücken kann: sinnend, betörend, flirrend, tanzend, von Straßen oder Landschaften erzählend oder auch mal geradezu feixend, ein Kaleidoskop, das immer neue Lichtbrechungen liefert. Und „Kaleidoskop“ hieß auch das Programm.

Frei und weitausschwingend, immer singend und sinnlich aufblühend ist der Ton des Alt- oder Sopransaxofons von Sarah Kober, dazwischen auch fingerfertig-virtuos wie im immerberühmten „Czardas“ von Vittorio Monti oder in dem trotz seines Titels „Pequeña Czarda“, also kleiner Czardas, langen und vielgestaltigen Stück von Pedro Iturralde, einem der fleißigsten Komponisten für das Saxofon. Die dreiteilige „Suite“ von Pedro Iturralde führt ins melancholische Lissabon, ins jazzige Casablanca und nach Algier. Rhythmisch und melodisch zart und doch punktgenau, aber auch vollgriffig rauschend begleitete Nestan Heberger am Klavier, auch sie beteiligte sich an den Moderationen, die die Stücke ansagten und beschrieben.

Natürlich durften die Tangos von Astor Piazolla nicht fehlen, seien es „Oblivion“ oder der „Libertango“ oder auch der etwas aggressivere mit dem Titel „Haifisch“. Fast monomanisch klang ein Tango von Roberto Pintos, marschmäßig der Tango „La Cumparsita“, das heißt: kleiner Straßenumzug, von Gerardo Matos Rodriguez. Von Alain Crepin gab’s zwei farbige Stücke, „Nuits blanches“, also „weiße Nächte“ und – mit ganz, ganz witzigen Titel – „Sax in the City“.

Die beiden Damen glänzten nicht nur mit symbiotischem Zusammenspiel, sondern auch mit ihrem so unterschiedlichen Charme, der die Zuhörer vollends bezauberte.

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