Brannenburg – Es ist eine kleine persönliche Jubiläumsveranstaltung für Beate Bastigkeit und Bernhard Pichler. Seit zehn Jahren kennen sich die Künstler, die bei einem Glas-Stilllebenkurs ihre erste Begegnung hatten. Darauf folgten viele gemeinsame Seminare und Malreisen. Der Brannenburger Bernhard Pichler ist von Anfang an bei der Aquarellmalerei geblieben. Beate Bastigkeit aus Münsing ist derzeit fasziniert von der intuitiven Prozess-Malerei.
Pichler lernte während seiner Ausbildung zum Maßschneider skizzieren und versuchte sich in Porträts. Erst viel später, nach einem gravierenden Einschnitt in seinem Leben, fand er wieder zur Malerei. Durch eine Kunsttherapie kam der Durchbruch. „Da musst Du wirklich weitermachen“, sagten seine Therapeuten.
Seine Aquarelle sind eine „Malerei des Lichts“. Blumenbilder mit zarten Blüten sind seine Spezialität. „Man muss viel vordenken, weil man nichts am Bild korrigieren kann; man muss es aber auch manchmal einfach geschehen lassen,“ so Pichler. Sein Lieblingsbild von einem Weg in den Wäldern bei Mattsee hätte ihn fast mit der Polizei in Konflikt gebracht. Viele Radler waren an diesem Wochenende unterwegs und regten sich über den ruhig, aber vermeintlich im Weg sitzenden Pichler auf, so dass sie die Gendarmen verständigen wollten. Vielleicht ist das der Grund, warum er so an diesem Bild hängt.
Auch bei Beate Bastigkeit kam der Anstoß für ihre Künstlerlaufbahn von außen. Die Rahmenwerkstatt ihrer Bilder war von ihren Bildern überzeugt und ermutigte sie, den Künstler Jos K. Biersack als Mentor aufzusuchen. Viele weitere Ausbildungen an Kunstakademien folgten. 2013 machte sie sich nach 35 Jahren in der Pharmaindustrie mit ihrem „Künstlertreff Wolfratshausen“ selbstständig. In ihrem Atelier gibt sie individuelle Malkurse und stellt aus.
Zur intuitiven Prozessmalerei kam sie durch einen Kurs. Das Charakteristische bei dieser Technik sind selbst hergestellte Spachtelmassen etwa aus Marmormehl, Sumpfkalk, Baumaterial und vielem mehr. Diese Materialien können während des Trocknungsprozesses nicht planbare unvorhersehbare Strukturen wie Risse, Schrunden und Aufwölbungen bilden.
Beate Bastigkeit liebt Naturfilme, die extreme Land-schaftsformationen zeigen. Inspiriert davon geht sie einen Dialog mit dem Werk ein und lässt es für sich sprechen. Sie erschafft Bilder, die das klassische Landschaftsthema auf abstrakte Weise umsetzen. Ihre Bildfindungen treten aus der Ebene heraus und wirken dreidimensional. „Das kann durchaus ein langer Prozess sein. Bei einem speziellen Bild hat mein Dialog vier Wochen gedauert,“ so Bastigkeit. Die Verkleinerung dieses Bildes – es ist auch ihr Lieblingswerk und „A 1“ genannt – kann man in der Ausstellung sehen.