Musikalisches Mitleiden mit Maria

von Redaktion

Katharina Gruber-Trenker singt in Stephanskirchen das „Stabat mater“ von Vivaldi

Stephanskirchen – Das „Stabat mater“ einmal nicht von Pergolesi – immerhin gibt es über 600 Vertonungen dieser mittelalterlichen Reimsequenz– sondern von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) sang die Altistin Katharina Gruber-Trenker in der katholischen Kirche „Maria Königin des Friedens“ in Haidholzen. Es dauert nur circa 20 Minuten, womit also kann man das Programm auffüllen? Es spielte ein Streichquartett mit Gisela Erdt und Hans Wagner, Violine, Lonika Herzog, Viola, Hedwig Hanus, Cello, mit passenden Streichquartettsätzen: Die „Introduzione“ aus „Die sieben letzten Worte Jesu Christi“ von Joseph Haydn (1732 bis 1809), dazu das harmonisch heikle Andante aus Haydns Streichquartett op. 42, vom Quartett sehr kantabel gespielt, und die Sonata „Al Santo Sepolcro“ von Vivaldi mit schmerzreichen Harmonien, die wegen der tonlichen Unstimmigkeiten in den Geigen noch schmerzreicher wurden. Gruber-Trenker sang dazu vier Arien. „Pietà, Signore“ von Alessandro Stradella, „Vergin, tutto amor“ von Francesco Durante (1684 bis 1755) sowie die beiden Arien aus dem „Messias“ von Händel (1685 bis 1759). An der Orgel saß Georg Opielka.

Vivaldi vertont in „Stabat mater“ lediglich die ersten zehn Halbstrophen, die Musik der ersten vier Halbstrophen ist dieselbe wie in den nächsten vier, wodurch der Aufruf zum Mitleiden eine Parallelsetzung zum Leiden der Gottesmutter erfährt. Hier gab sich die Sängerin der Gesangslinie fließend hin, hätte textlich begründet expressiver werden können, tat dies dann in der Strophe „Eja mater“, in der die Streicher stark punktiert agierten, den Geißelhieben vergleichbar, während der Basso continuo fehlt: Maria steht da wie alleingelassen in ihrem Leid. Geradezu liebesentflammt sang die Altistin die letzte Strophe vor dem überschwänglichen Amen: Ein trotz der beschränkten Zahl an Instrumenten tief beeindruckendes „Stabat mater“. Das meinten auch die vielen Zuhörer und applaudierten lange und herzlich. Janka

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