Rosenheim – Wenn ein neuer Krimi „Leberkäs-Porno“ heißt, ist schon mal das erste Grinsen fällig. Dabei blieb es nicht: Bei der Lesung im „SchnittReich“ der Metzgerei Lohberger am Salzstadl wurde richtig laut gelacht. Eingeladen hatte dazu der Autor selbst, der Rosenheimer Heinz von Wilk.
Der Ex-Rosenheim-Cop Markus Böker, alias Kommissar Satori, und seine Schauspieler-Kollegin Eve Lamell lasen aus Wilks neuesten Krimi. Und zwar professionell und gekonnt mit verteilten Rollen, unterstützt durch blitzschnellen und passgenauen Perücken-Wechsel auf offener Lesebühne. In der Pause gab’s die Leberkässemmel vom Buchcover im Original, überreicht von Hubert Lohberger persönlich.
Heinz von Wilk hat sich einen neuen, serientauglichen Krimi-Helden ausgedacht, der sofort alle Sympathien auf seiner Seite hat: Den Auer Max. Bis vor Kurzem noch bei der Sitte in München einer der Besten, hat er dort zufällig Leute an Orten gesehen, bei denen er besser weggeschaut hätte. Deshalb wird er auf das vorzeitige Altengleis in seine Heimatstadt Rosenheim verschoben. Seine alten Verbindungen, gerade im örtlichen Rotlicht-Milieu (reine Erfindung!), warten schon auf ihn, als Freund und Helfer.
Skurrile Typen bevölkern die Szene, von komischen Möchtegern-Gangstern bis zu richtig knackiger Weiblichkeit, und irgendwo abseits auf der Alm werden Sex-Filmchen gedreht, „Leberkäs-Pornos“ nennt sie der Max. Für den asiatischen Markt, versichert sein schräger Freund Chili, denn „die Chinesen kaufen alles!“ Mittendrin und auf Abwegen ein paar Rosenheimer Honoratioren, denen der Max irgendwie verpflichtet ist. Der Autor mag das Spiel mit den Klischees, seine Figuren karikiert er liebevoll und gerade über landläufig Lustvolles macht er sich ohne Scheu lustig. Bei der Lesung schwirren dann auch die Vokabeln für relevante Körperteile ungeniert durch den Raum, das überwiegend weibliche Publikum quittiert es gerne mit Gelächter und viel Applaus.
Freilich ist man auch bei einer Krimi-Lesung, das wird zwischendurch schon klar. Aber wie schrieb gerade ein Münchner Feuilleton? „Krimis müssen nicht nur spannend sein, auch das Komische steht ihnen gut!“ Heinz von Wilk hat das schon immer gewusst, ihm ist die gute Laune seiner Leser sowieso des Wichtigste.