Rosenheim – „Wer is er denn, was hat er denn, was kann er denn, wer glaubt er, dass er ist“ – Er: das ist Falco, ein „Egoist“ und „Superstar“, der auch 20 Jahre nach seinem Unfalltod die Menschen mit seiner Musik fasziniert und begeistert. Selbst ein Feueralarm kann wahre Fans nicht aus der Ruhe bringen, wenn der „Kommissar“ ermittelt, während das „Cadillac Hotel“ in Flammen steht. Ganz so schlimm war es im Rosenheimer Kuko zum Glück nicht. Allerdings hatte der Bühnenrauch zur Auslösung eines Feueralarms geführt – gekümmert hat es die wenigsten der rund 1200 Zuschauer. „Falco – Das Musical“ in der Produktion von Oliver Forster nach der musikalischen Künstlerbiografie von Stefanie Kock und Alexander Kerbst, ließ das Leben des weltbekannten Exzentrikers wiederauferstehen. „Wer war Hans Hölzel? Wer war Falco wirklich?“ Ein Mensch, der ein Leben voller „Sex, Drugs and Rock ’n‘ Roll“ lebte, der von Selbstzweifeln geplagt war, wie Moderator und Managerdarsteller Sebastian Achilles in der bewegenden Musicalshow mit faszinierender Bühnentechnik und Kostümen, grandiosen Tänzern mit ausgefallenen Choreografien und tollen Musikern eindrucksvoll erläuterte. Die Fans im Kuko feierten den ersten Welthit „Der Kommissar“, in Rosenheim eindrucksvoll von Stefan Wessel wiederbelebt. Falco, alias Johann Hölzel, wurde am 19. Februar 1957 als einziger Überlebender einer Drillingsgeburt geboren. Dem jungen Hans wurde ein absolutes Gehör bescheinigt. Er liebte die Musik – allerdings sah er in ihr ein Instrument, um zu provozieren, Gegensätze aufzuzeigen. Gleich ob Wien zwischen Opernball und Drogenszene in seinem Song „Ganz Wien“, oder die dramatisch dargestellten Sex Exzesse in „Junge Römer“, Falco zeigte die Schattenseiten des Lebens der Reichen und Schönen – eines Lebens, das er selbst in vollen Zügen auskostete. Mit „Rock me Amadeus“, ein Welthit zwischen Rokoko und Punk, ist Falco der erste deutschsprachige Interpret, der auf Platz 1 in den US-amerikanischen Billboard-Charts landete. Für Falco der Anfang vom Ende. Todesfantasien plagen den inzwischen depressiven Künstler– ein Tod wie James Dean schwebt ihm vor, denn „unsterblich bin ich erst, wenn ich gestorben bin.“ Um das desolate Image des Revoluzzers zu ändern, plant sein Manager für den „ersten weißen Rapper“ eine Ballade.
„Jeanny“ wurde zu einem kontrovers diskutierten Hit mit 2,5 Millionen verkauften Singles. In einer dramatischen Inszenierung mit Videoclips und spannenden Lichteffekten nahm Falco auf der Bühne Abschied von seiner „Jeanny“ (Julia Fechter). Als berechnende Gegenspielerin begeisterte die heißblütige Ana Conda (Alice Wittmer) das Publikum. Fast 30 Songs mit drei Zugaben ließen das Leben des „Unikums und Unikats“ Falco von den ersten Erfolgen bis zu seinem Tod Revue passieren.C. Sieberath