Mehr als nur Filmmusik

von Redaktion

Frühlingskonzert der Stadtkapelle Wasserburg in der Badria-Halle

Wasserburg – In die Welt der Fantasie und ihrer Fabelwesen führte das traditionelle Frühlingskonzert der Stadtkapelle Wasserburg. Stimmungsvolle Kompositionen zu Göttinnen, Märchenhelden und Drachen sorgten für einen exzellenten Unterhaltungsabend.

Beide Orchester überzeugten spielerisch mit hoher Qualität. Die Jugendkapelle wurde von Magdalena Weber dirigiert, das Erwachsenenorchester von Michael Kummer, der als musikalischer Leiter der Stadtkapelle auch durch den Abend führte. Der inhaltliche Schwerpunkt war der Filmmusik gewidmet. Geboten aber wurde viel mehr. Charme und Humor trafen hier auf Sachverstand mit viel Wissenswertem und heiteren Anekdoten zu den Stücken und ihren Komponisten.

Legenden, Mythen oder historische Ereignisse nehmen in den Kompositionen von Bert Appermont oft eine zentrale Rolle ein. Die Jugendkapelle spielte dessen symphonische Suite „Robinson Crusoe“ zum Auftakt. Der belgische Komponist vertonte die Abenteuer von Defoes Romanhelden als Seefahrer, der Schiffbruch erleidet und auf einer Insel strandet.

Darauf folgte „Blue Rock“, eine monumentale Komposition von Philip Sparke, die dem symphonischen Progressive-Rock zuzuordnen ist. Es begann langsam mit einer ausdrucksstarken Ballade, nahm dann enorm an Fahrt auf, um zum Höhepunkt wieder in anmutige Beschaulichkeit zurückzukehren.

Nach dem Konzertmarsch „Weiß-Blau“ des bayerischen Komponisten und Militärkapellmeisters Max Högg (1854 bis 1933) wurde der Taktstock schließlich an Micheal Kummer übergeben. Das Erwachsenenorchester legte los. Für die Eröffnung hatte Kummer die Ouvertüre „A Joyful Fanfare“ von Franco Cesarine ausgewählt, deren festlicher Charakter alle Stimmen im Orchester gleichermaßen forderte. Mit einer Komposition des US-Amerikaners Steven Reineke ging es zu den Vulkaninseln Hawaiis. Die dort verehrte Feuergöttin Pele ist bekannt für ihre Wutausbrüche, was vom Orchester durch ein dramatisches Klanggemälde kurzweilig in Szene gesetzt wurde.

Angeblich als dumm, hässlich und vor allem aber gefährlich gilt „Shrek“ aus dem Kinderbuch von William Steig. Und trotzdem wurde der beleibte, grüne Oger aus dem Sumpf zu einem computeranimierten Kinohit mit gleich vier Fortsetzungen. Die Musik dazu stammt von Harry Gregson-Williams und John Powell. Gespielt wurde ein Medley der schönsten Melodien aus dem ersten Film von 2001, arrangiert für Blasorchester vom Prager Komponisten Jan Valta.

Auch Videospiele werden immer wieder mit anspruchsvoller Musik vertont. Das zeigte „The Elder Scrolls V: Skyrim“ von Jeremy Soule. Ab jetzt ging es musikalisch um Drachen, wie man sie besiegt oder zu guter Letzt auch zähmen kann. Dazu gab es das Orchesterwerk „Dragon Fight“ des Schweizers Otto M. Schwarz, die musikalische Erzählung einer Liechtensteiner Sage und schließlich „How to train your Dragon“, wie Shrek ebenfalls ein Titel aus einem Animationsfilm der Dreamworks Studios.

Zu Peter Maffays Lied „Nessaja“ aus „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ kamen beide Orchester auf die Bühne. Damit fand ein großartiger Konzertabend seinen musikalischen und emotionalen Höhepunkt.

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