Furioser Auftakt mit dem BlechreizBrassquintett

von Redaktion

Musik an besonderen Orten Meditative Klänge, Originalwerke für Brassquintett, gesungene Pop-Balladen in Bernau

Bernau – Einen hervorragenden Start erlebte die Bernauer Konzertreihe „Musik an besonderen Orten“ mit dem Blechreiz Brassquintett aus Kärnten. Fünf junge Blechbläser begeisterten unter dem Titel „Neue Ansätze“ die Zuhörer im ausverkauften Saal auf dem Hitzelsberg.

Die Mitglieder des Blechreiz Brassquintetts kennen sich bereits seit der Schulzeit und arbeiten inzwischen als Berufsmusiker zwischen Süddeutschland und Kärnten. Meditative Klänge, Originalwerke für Brassquintett, gesungene Pop-Balladen, Musikkabarett oder Klassik: kaum ein Genre wurde ausgelassen – nicht einmal der Schlager kam davon!

Alle Stücke sind von den Musikern selbst komponiert oder arrangiert und ausprobiert. „Ein Bioprodukt aus den Kärntner Alpen“ nennt es Nico Samitz, Trompeter und kreativer Kopf der Gruppe. Und alles ist bestens auf das Ensemble zugeschnitten, wie die „Crossoper“, eine mutige Mixtur aus Richard Wagners Vorspiel zum dritten Akt von „Lohengrin“ (bei dem sich Hannes Burgstaller mit reinstem Hornklang empfahl) und James Browns Funk-Titel „I feel good“. Die Ballade „Somewhere“ aus Bernsteins „West Side Story“ geriet durch Peter Kosz kurzerhand zu einer Liebeserklärung an sein Instrument. Kosz bewies er sein musikalisches Talent sowohl mit hörbarem Schmelz in der Gesangsstimme, als auch mit strahlendem Trompetenklang.

Für ausgelassene Stimmung sorgte die „Lachnummer“ – ein kabarettistisches Beispiel dafür, dass emotionale Laute wie Lachen und Weinen aus Rhythmen und Melodien bestehen können.

Das Stück „Some nights“ von der US-amerikanischen Indie-Pop-Band Fun, interpretiert mit Gesang, Blasinstrumenten und einem Cajon, leitete dann fulminant in die kurze Pause über.

Das „Finale alla Zingarese“, die schnelle „Probespiel-Polka“ – ein Medley beliebter Solo-Literatur für Blechbläser – und auch das Liebeslied „Verrückt“ waren Musterbeispiele für präzise Läufe, akkurat getimte Einsätze und erstaunliche Dynamik. Vom feinsten Pianissimo der Tuba von Martin Kohlweis und David Zuder an der Posaune bis hin zum satten Bläsersound im Fortissimo enthielten diese Werke alle Schattierungen.

Mit „Minnie the Moocher“ vom US-Amerikaner Cab Calloway machten die Musiker wieder einen Schritt in Richtung Jazz-Musik, um sich schließlich mit der Parodie „Holzbläsertoleranz“ mit umgebauten Klarinetten und Saxofonen bei allen Holzblasinstrumentenspielern für ihre Intoleranz zu entschuldigen – dabei blieb im Saal fast kein Auge trocken.

Die Nummer „The show must go on“ der britischen Rockband Queen, bearbeitet für Brassquintett und Gesang mit einem E-Gitarrensolo auf einer verstärkten Trompete, war dann der Schlusstitel des offiziellen Programms, der unter die Haut ging. Aber erst nach zwei weiteren Zugaben, unter anderem dem „Freiland-Händel“ – einer Mischung aus der Feuerwerksmusik von Händel und Straßenmusik aus New Orleans – entließ das Publikum die fünf Kärntner. So ging dieser Abend für viele Zuhörer trotzdem viel zu schnell vorbei.Georg Leidl

Fortsetzung folgt

Fortgesetzt werden die „Konzerte an besonderen Orten“ mit dem Konzert „Musikmenü im Badehaus“ mit Maria Reiter (Akkordeon) und Albert Osterhammer (Klarinette) am Sonntag, 8. September, um 19 Uhr im Wintergarten im Sailer Badehaus in Bernau/Felden. Das letzte Konzert dieser Reihe findet am Mittwoch, 2. Oktober, mit zwei Stubenmusikgruppen und anschließendem Tanz mit der „Klangvoll Klarinettenmusi“ im Haus des Gastes und dem Gasthaus Kampenwand statt.

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