Junge Musiker unter kompetenter Begleitung

von Redaktion

Musikschüler des Landkreises und das Wasserburger Kammerorchester im Wasserburger Rathaussaal

Wasserburg – Eine kleine Schar Erfolg versprechender Musikschüler galt es auf dem Podium des Wasserburger Rathaussaales vorzustellen. Wer sollte da besser geeignet sein als ein angesehenes Laienensemble wie das Wasserburger Kammerorchester, um für akustische Ergänzung zu sorgen, mit Stefan Unterhuber als nun schon jahrelang bewährtem Leiter, dem an diesem Nachmittag Stefan Katarri als Moderator zur Seite stand.

Diese jungen Leute, zumeist Preisträger bei „Jugend musiziert“, entstammen bekannten Kaderschmieden wie etwa dem Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim oder der Grassauer Musikschule, als Lehrkräfte waren verdiente Pädagogen aus unserem Umkreis genannt.

Wie geht man ein solches Konzert an? Man wählt unbekanntere Werke, um Vergleiche mit Profistars auszuschließen, den jungen Leuten die Scheu vor großen Namen zu nehmen und sie damit unbeschwert das Podium betreten zu lassen.

Der 13-jährige Ludwig Müller trifft mit seiner Trompete makellos Händels sieghaften Klang; Franziska Schießl mimt mit der Flöte in Vivaldis Konzert den „Distelfink“ und lässt Alice Guinets treffliche Schulung erkennen – dies nur als Beispiel für viele der hier vertretenen Steigbügelhalter für die Jugend. Kontrabass (Johannes Burkhard) und Tuba (Rupert Schillinger) wetteifern auf tiefstem Instrumentarium um den schönsten Ton – eine große Leistung!

Jetzt aber taucht der Hörer ein in Gabriel Faures „Apres un reve“ – ein Traum auf Cello-Saiten, und Hannah Bauer ist es vergönnt, mit ihrer Kantilene die Zuhörer zu betören! Dafür weckt Johanna Trifellner aus großen Träumen heraus mit unübertrefflichem Temperament am Hackbrett, das hier mal abseits des Volksmusikmetiers erklingen darf. Schließlich gibt es auch Virtuosität aus Mendelssohns Hand zu hören: Magdalena Schmidmayers bestimmter und doch zarter Geigenton passt bestens zum noch bescheiden angelegten Violinkonzert des 13-Jährigen.

Spielten die Streicher des Wasserburger Kammerorchesters nun in lediglich untergeordneter Funktion, wo doch gerade das Begleiten besonderer Routine bedarf? Da war bei Vivaldis Vogelgezwitscher rhythmische Akkuratesse besonderer Art gefordert; oder die tiefen Soli von Tuba und Kontrabass galt es in dezentem Strich aus der höheren Lage zu stützen. Stefan Unterhuber und seine Streicher zeigten hier großes Einfühlungsvermögen. So wunderte es nicht, wenn Faures Cello-Traum auch die Begleitung mit erfasste und andererseits die Hackbrettsoli von den Geigen ohne sichtbares Dirigat wie selbstverständlich untermalt wurden.

Bescheiden im Hintergrund, und doch so gut geschult und aufeinander abgestimmt – da freut man sich auf das anstehende Weihnachtskonzert, in dem dieses Ensemble wohl auch mit Werken für das Orchester allein zu hören ist.

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