Rimsting – Eigentlich waren es sechs, und nicht nur fünf internationale Showgrößen des Blues und des Blues-Rocks, die beim „Blues Club Chiemgau“-Festival im Rimstinger Feuerwehrhaus zu Gast waren. Neben Ryan McGarvey, Danny Bryant, Delta Moon und Sean Chambers waren „The Brew“ und „Pristine“ mit Frontfrau Heidi Solheim dabei – international bekannte Bands, die in den Branchenmagazinen und für ihre CDs mit Lob und Auszeichnungen überhäuft werden, die sonst nur auf großen Bühnen in Europa und Amerika auftreten und die Gastgeber Horst Schmidmayr an den Chiemsee locken konnte.
Das Programm des Festivals, das heuer zum dritten Mal stattfand, war eine gesunde Mischung aus Blues und Bluesrock, aus Rock, Balladen, Jazz und Soul – Leidenschaft und Virtuosität inklusive. Den Auftakt machte Ryan McGarvey aus Albuquerque (New Mexiko). Der erst 31-jährige Musiker begeisterte mit markantem, virtuosem und facettenreichem Gitarrenspiel. Von episch-romantisch bis brachial, von groovig bis hin zu emotional – seine raue Stimme packte die Zuhörer sofort: „60 on the Ground“ war Blues pur, „Memphis“ war Rock und „Mean thing“ Rock’n’Roll. Dem Trio mit Sam Miller am Bass und Schlagzeuger Logan Miles Nix hätte man gerne noch weiter zugehört.
Nächster Gast war Danny Bryant. Der Gitarrist und Sänger aus England, der schon mit Carlos Santana und Joe Cocker auf Tournee war, überzeugte mit Gefühl und Pathos: Seine Interpretation von „Knockin‘ on heaven’s door“ sorgte für Gänsehaut, „Painkiller“ als ergreifende Rock-Ballade oder das rockige „Truth or Dare“ nicht minder. Delta Moon, eine Vier-Mann-Band aus Atlanta (Georgia), hingegen präsentierte Southern-Rock-Blues. Man nehme zwei Slide-Gitarren (Tom Gray und Mark Johnson), einen Bass (Franher Jacobs) und ein Schlagzeug (Vic Stafford), dazu die heisere Stimme von Mark und die Bass-Einwürfe von Franher – und fertig ist das Erfolgsrezept. „Shake ‚em on down“, da musste man mitwippen, bei „Hell bound train“ sah man sich Zug fahren.
Im Konzert darauf verewigten sich „Pristine“ aus Norwegen und „The Brew“ aus England nacheinander mit hartem Blues-Rock vom Feinsten. Stand bei „Pristine“ Sängerin und Songwriterin Heidi Solheim mit ihrer Janis Joplin ähnlichen Stimme im Mittelpunkt, so war es beim Trio „The Brew“ jeder einzelne Musiker. Kurt Smith werkte etwa bei einem Solo am Schlagzeug virtuosest nur mit bloßen Händen – die energische Musik tat das Übrige, um das Publikum mitzureißen.
Das Festival schloss Sean Chambers ab. Der US-Musiker, der schon mit BB King und Robert Cray auf der Bühne stand, glänzte mit seiner virtuosen Gitarrentechnik und seiner kraftvollen Stimme – und seinen grandiosen Bandmitgliedern Rick Curran (Keyboard), Todd Cook (Bass) und Scott Phillips (Schlagzeug). Das fünftägige Festival hat seinem Motto alle Ehre gemacht: fünf Tage lang „Just good music live.“