Rosenheim – Fusion-Gruppierungen wagen den Versuch einer Verschmelzung verschiedener Musikrichtungen. Selten, aber reizvoll. Einen faszinierenden Auftritt mit Elementen aus Kammermusik, Jazz und Rock legte der Schweizer Drummer Dimitri Monstein mit seinem Sextett im Rosenheimer „Le Pirate“ hin. Es war zudem das erste Konzert nach Erscheinen der neuen CD „Landscape“, deren Titelstück als Gletscher-Musikvideo schon weltweit den Bekanntheitsgrad der Band gesteigert hat.
In klassisches Schwarz gewandet, präsentierten sich die sechs Musiker auf der kleinen Bühne, das Drumset ausnahmsweise vorne. Gleich der Auftakt zeigte, dass es sich um einen außergewöhnlichen Konzertabend handeln würde: „Lady Labyrinth“ begann dynamisch und steigerte sich mit dem Power-Einsatz von Monstein an den Drums – ein starker Beginn! In „Being Different“ kam Robert Pachalys Bass zwar etwas kurz, aber raffiniert zum Tragen. So barg das Konzert immer wieder sehr kurz gehaltene, aber feine und stimmige Soli.
Der Stil des Monstein Sextetts lässt sich nicht in eine Schublade einordnen. Das Repertoire umfasst Titel, die nah an der Klassik sind, dazu kommen wunderbar melodische, elegante Stücke bis hin zum Rock. Ein schönes Beispiel: „Waves in Stockholm“ – inspiriert von einer touristischen Übernachtung in einem Inselgefängnis. Das Stück baut sich langsam auf mit einem Finale in einer tollen, schlagzeuggeprägten Rocknummer. Schräges, wie die avantgardistische „Monstein Sonate“, wurde kontrastiert mit eingängigen Klängen wie „Beyond the Horizon“ – wunderschön unterlegt mit den Violinen von Sidonia Maurer und Sorin Spasihovici sowie Andreas Kühnrichs fein beigesteuertem Cello.
Ein absolutes Schmankerl war „Walkin in the Dirt“, mit starkem Thema, ebensolchem Piano von Mischa Podstransky und mitreißender Atmosphäre. Allein dieses Stück voller Euphorie, treibendem Duktus und exzellenter Abstimmung des Ensembles war das Kommen wert. Mit einigen passend zur CD „Landscapes“ landschaftlich anmutenden Titeln wie „Sea Rise“ und dem komplex aufgebauten „Mr. Winter“ ging es mit vielen Überraschungen weiter. Spannend geriet eine Sequenz aus drei Titeln in Folge, mit virtuosem Zusammenwirken aus Piano und E-Bass in „Cogwheel“. Schließlich steuerte die Band auf das Titelstück der CD als Höhepunkt zu. „Landscape“ entwickelte sich aus minimalistischen Einsätzen heraus immer runder und gewann nach und nach an Dynamik, Rhythmus und Phonstärke und konkurrierte mit „Walkin’ in the Dirt“ um den Preis als stärkstes Stück im Auftritt.
Der Auftritt des Schweizer Ensembles hinterließ ein vom besonderen Sound fasziniertes Publikum, das sich mit viel Applaus bedankte.