Prien – Vor 20 Jahren gründete Dorothee Hitzbleck das Priener Kammerorchester. Und immer noch führt die ehemalige Musiklehrerin am Priener Ludwig-Thoma-Gymnasium regelmäßig Konzerte mit ihrem kleinen Orchester auf.
Die Mitglieder kommen aus Prien und Umgebung – wie der Cellist Götz von der Bey. Er ist Lehrer an der Priener Musikschule und spielt in diversen regionalen Orchestern. „Wenn wir vollzählig sind, besteht das Orchester aus 18 Musikern“, sagt Dorothee Hitzbleck. Im Konzert hört sich das nach mehr an, wie die Zuhörer in der voll besetzten Priener evangelischen Christuskirche feststellen konnten.
Das Programm war zusammengestellt aus Stücken von drei Komponisten aus dem 17. und 18. Jahrhundert und geprägt von der Musik aus dem Barock mit ihrem Ursprung in Italien.
Zwei Musikstücke stammten von Tomaso Albinoni (1671 – 1750) – neben Vivaldi und Corelli bekanntester Komponist Italiens. Seine Werke sind bestimmt von einer heiteren Grundstimmung und Melodienseligkeit. Aus der „Sinfonia a Quattro B-Dur“ spielte das Priener Kammerorchester zwei heitere Allegri und das nicht ganz so leichtfüßige Adagio. Diese drei Sätze beinhaltete auch das Konzert für Trompete in D-Dur von Albinono. Alle Sätze bewegten sich zunächst in einer sanft verhangenen Mollstimmung, um sogleich in D-Dur zu wechseln. Vom Orchester verlangte dies eine sehr saubere Technik, die noch von der Trompete übertrumpft wurde. Zoran Curovic von den Reichenhaller Symphonikern erhielt für sein hervorragendes Spiel Sonderapplaus von den Zuhörern.
Nicht fehlen durfte in dem Kammerkonzert natürlich Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791). Die Sinfonie in G-Dur hatte Mozart im Alter von 16 Jahren in Italien geschrieben. Die kleine, feine Divertimentomusik begann also in italienischer Manier mit einem frischen Allegro, gefolgt von einem schwärmerischen Andante, einem heiteren Menuett und einem schnellen Presto.
Aus der Sinfonie in D-Dur von Johann Stamitz spielte das Kammerorchester vier Sätze mit klanglichen, rhythmischen und dynamischen Gegensätzen. Die Dirigentin Dorothee Hitzbleck, die durch das Programm führte, beschrieb die „Stimmungs-Gegensätze“ laut Dichter Schubart so: „Bei Stamitz ist das Forte ein Donner, das Crescendo ein Katarakt, das Diminuendo ein in der Ferne plätschernder Bach und das Piano ein Frühlingshauch.“ Just während des Fortes erschreckte ein gewaltiger Gewitterdonner die Zuhörer. Nicht nur das passte perfekt an diesem Abend.