Beste Inszenierung, beste Darstellung und ein neuer Sonderpreis

von Redaktion

Wasserburger Theatertage Erfolgreicher Abschluss der Veranstaltungsreihe – Schwerer Job für die Jury

Wasserburg – Mit Spannung wurde zum Abschluss der 15. Wasserburger Theatertage die Preisverleihung erwartet, denn das Angebot interessanter und origineller Inszenierungen machte es der Jury schwer, sich zu entscheiden. Als dann der mit Erfolgszahlen aufwartende Hausherr Uwe Bertram auf die Bühne trat, verkündete er, dass es diesmal neben den Preisen für die beste Inszenierung und die beste Darstellung noch eine dritte Auszeichnung gibt: den Sonderpreis für die aufregendste Inszenierung.

Wolfgang Hauck vom Verband Freie Darstellende Künste Bayern lobte denn auch die Qualität der vorgeführten Theateraufführungen und erinnerte daran, es sei ein großer Luxus, dass Wasserburg diese Theatertage veranstalte, die ein „Best of“ der freien Theaterszene präsentiert.

Wobei die Jury ihre Vorauswahl durchaus nicht immer einstimmig traf, was ein gutes Zeichen sei, so Hauck, denn nur in der Diskussion erfahre man mehr. Theater habe schließlich die Aufgabe, die Diskussion im öffentlichen Raum zu eröffnen.

Der mit 4000 Euro dotierte Preis für die besten Inszenierung ging an das noch relativ neue Zentraltheater München, das in der Zerboni-Schauspielschule auftritt und Hochkultur hautnah ans junge Publikum bringen will. In „Wir kommen“ nach dem Roman von Ronja von Rönne suchen vier Menschen aus der Generation Y zwischen Neurosen, Depressionen, Borderline und Apathie nach der Liebe in Zeiten, in denen man sich nach Sicherheit und Stabilität sehnt, aber Freiheit und Autonomie bewahren will.

Den neuen Sonderpreis erhielt Mario Eick für seine überragende Adaption des Shakespeare-Stückes „Macbeth. Dass hier das Publikum im Käfig sitzt und der gefährliche Macbeth nichts anderes tut, als die system-immanente Brutalität der politischen Machtapparatur vorzuführen und für seine Untaten verantwortlich zu machen, das hat hohen intellektuellen Stellenwert. Mario Eick freute sich über diesen Preis, denn sein Theater orientiert sich an der Welt des Geistes und schielt nicht nach der Zuschauerquote, was für ein Privattheater, das sich selbst finanziert, naturgemäß schwer ist.

Der vom Landkreis Rosenheim vergebene Preis für die beste darstellerische Leistung ging an die zwei Darsteller-Tänzer Stephanie Roser und Lukas Aue vom Spielwerk Ansbach für ihre tragisch-komische Performance „Schwarzweiss“. Tänzerisch wie akrobatisch auf den Spuren von Charlie Chaplins Film „Rampenlicht“, schufen die beiden eine poetische Traumwelt, aus der sie dann die Kraft schöpften, ihr verkorkstes Leben wieder zum Kunst-Erfolg zu bringen, was natürlich nicht ohne Opfer im persönlichen Bereich geht.

Mit der Erkenntnis, das wir Menschen alle Spieler sind, womöglich gar Marionetten, die gespielt werden, präsentierte sich zum Ende dieser 15. Wasserburger Theatertage die Belacqua-Produktion von Büchners „Leonie und Lena“.

Ute Fischbach-Kirchgraber

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