Grassau – Nachdem die Musiker der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters – das Hausorchesters der Bayerischen Staatsoper – bereits im Januar im Konzertsaal der Sawallisch-Villa ein Konzert mit dem Motto „Unerhört zum Ersten“ gaben, kamen die Freunde klassischer Musik nun in den Genuss eines neuerlichen Auftritts der Akademisten – „Unerhört zum Zweiten“ betitelt. Das Konzert war der klangvolle Abschluss eines viertägigen Intensivkurses in den Räumen der Sawallisch-Stiftung mit seiner neuen Musikakademie.
Dazu war Jürgen Kley, Klarinettist im Bayerischen Staatsorchester und Dozent an der Hochschule für Musik und Theater sowie die Mentaltrainerin Ulrike Klees, die als ausgebildete Psychologin viele Jahre lang das Schwimmer-Nationalteam der Frauen betreut hat, mitgekommen.
Der Leiter der Orchesterakademie, Frank Bloedhorn, führte durch das abwechslungsreiche Programm. Gespielt wurde zu Beginn das Bläserquintett op. 14 von Gustav Holst, bei dem die eingesetzten Instrumente – Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn – sowohl einzeln als auch im vereinigten Spiel voll zur Geltung kamen. Dem schloss sich das Fantasy Quartett op. 1 für Oboe, Violine, Viola und Violoncello an. Die Musiker verstanden es, mit rhythmischer Energie den melodischen Charme des Stückes exakt herauszuarbeiten. Über vier Sätze ging anschließend das Divertissement für Fagott, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass von Jean Franciax. Die Komposition wechselte von träumerischen Passagen über schnelle Rhythmen bis zum stürmisch-anschwellenden Zusammenspiel aller Instrumente, wobei das Fagott aber die tonale Führung zu keiner Zeit aus der Hand gab.
Nach der Pause folgten zwei Stücke von Astor Piazolla. Zunächst wusste das ungewöhnliche Duo von Harfe und Tuba im Stück „Café 1930“ , bei dem das helle Spiel der Harfe mit den sanften Tuba-Tönen zu einer Einheit verschmolzen, zu überzeugen. Einen elegischen Hörgenuss bot die Tango-Suite für Vibrafon und Violine. Bewegung ins Publikum brachte das Stück Pocket Grooves Nr. 3 für Schlagzeug (Tamburin) mit seinem Samba-Rhythmus und den Fagott- Variationen. Das Konzert klang ausdrucksstark aus mit einer Komposition von Maurice Ravel, bei der Harfe, Klarinette, Flöte, zwei Violinen, Viola und Violoncello perfekt miteinander harmonierten.