Ein Schrittmacher der klinischen Forschung zur Augenheilkunde

von Redaktion

Augencentrum Rosenheim veranstaltet erfolgreich ein wissenschaftliches Symposium

Rosenheim – Wenn der Mensch nicht mehr so gut sieht, ist das heute, anders als früher, kein Grund zur Sorge oder Verzweiflung. Die Augenheilkunde hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht, sodass die Sehkraft bis ins hohe Alter erhalten werden kann.

Einer, der darüber mit hoher Kompetenz berichten kann, ist Professor Dr. Ekkehard Fabian vom Augencentrum Rosenheim. In das Behandlungszentrum kommen täglich bis zu 300 Patienten. Etwa 6000 operative Eingriffe werden pro Jahr in den zwei Operationssälen der Praxis vorgenommen. Das Augencentrum war auch der erste medizinische Fachbereich in Rosenheim, der in Zusammenarbeit mit dem Romed-Klinikum Hornhaut-Transplantationen vornahm – und noch immer vornimmt.

Doch das Augencentrum leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag für die wohnortnahe Patientenversorgung in der Region. Es ist auch hoch engagiert in der klinischen Forschung und der klinischen Umsetzung von innovativen Methoden der Augenheilkunde.

In diesem Zuge hatte das Augencentrum vor kurzem zu einem Symposium geladen. 70 Augenärzte aus der Region nahmen daran teil. Neben vier externen, bundesweit renommierten Experten hielten auch zwei Mediziner aus dem Augencentrum Fachvorträge und berichteten über den neuesten Stand der medizinischen Forschung.

Einer der Rosenheimer Referenten war Fabian. Sein Spezialgebiet ist das Thema Presbyopie, also die Alterssichtigkeit. Im Vortrag ging es um die Behandlungsmöglichkeiten von Alterssichtigkeit nach der Grauer-Star-Operation. „Das ist seit vielen Jahren ein Thema, mit dem wir uns hier beschäftigen und das wir im Augencentrum auch vorantreiben“, sagt Fabian.

Exemplarisch berichtet er über die Möglichkeiten und Grenzen moderner Augenheilkunde. Man könne die Altersichtigkeit mit einer Gleichsichtbrille korrigieren, für manche Patienten komme eine OP von vornherein nicht in Frage. Aber für andere, die sich mit einer Brille einfach nicht anfreunden könnten oder die bei jeder Entfernung ohne Brille gut sehen wollen, sei der operative Eingriff durchaus eine Option.

„Natürlich können wir nicht das jugendliche Auge wieder herstellen“, sagt Fabian. Und er weiß auch um das Operationsrisiko. Doch dank neuer Technologien sei bei künstlichen Linsen ein Entwicklungssprung gelungen. Die Firma Zeiss habe vor sieben Jahren eine Linse für die Ferne, für den mittleren Bereich und für die Nähe entwickelt – mit guten Abbildungseigenschaften. „Wir gehören hier in Rosenheim zu den ersten, die solche Linsen klinisch eingesetzt haben“, so der Mediziner. Von den Patienten habe er eine „ausgesprochen gute Resonanz“ erhalten. „Leider sind wir aber immer noch nicht bei 100 Prozent“, schränkt Fabian ein.

Wichtig sei, dem Patienten die Erfolgsaussichten schon im Vorfeld deutlich zu machen. Es spricht von einer „hohen Erfolgsrate“, aber es gebe eben Unsicherheiten in der Frage, ob der Patient zu den 90 Prozent gehört, die sich nach sechs Monaten beim Autofahren nicht mehr geblendet fühlen, oder zu den zehn Prozent, die nicht zurecht kommen.

Mit Blick auf die Kosten sieht Fabian auf lange Sicht freilich einen Vorteil gegenüber Brillenträgern: Wenn ein 50-Jähriger mit solchen Linsen glücklich werde, hätten sich die Behandlungskosten – rund 1000 Euro müsse der Patient aus der eigenen Tasche zahlen – bald amortisiert.

„Ganz sicher“ kann Fabian älteren Menschen mit Fehlsichtigkeit Hoffnung machen. „Selbst 90-Jährige können wieder zu 80 Prozent sehen, wenn sie nicht andere Krankheiten am Auge haben.“ Und kommt dann auf Versäumnisse im Gesundheitswesen zu sprechen. „Nach wie vor haben wir keine kassenunterstützte Vorsorgeuntersuchung in der Augenheilkunde“, sagt Fabian. Das wäre zum Beispiel beim Grünen Star sehr sinnvoll. Die Chance, diese Erkrankung erfolgreich zu behandeln, sei bei einer frühen Diagnose etwa durch die Messung des Augeninnendrucks durchaus gegeben. Das Gespräch macht klar: Für das Auge kann man jede Menge tun.

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