Gstadt – „Du musst den Blick ins Weite kehren“: Ein Gedicht von Christian Morgenstern verleiht der Gemäldeausstellung, die noch bis zum Sonntag im Haus des Gastes in Gstadt zu sehen ist, ihren Titel. In ihrer Arbeit wollen die beiden Künstlerinnen Renate Wanda Gehl und Ingrid Schumacher aus Göttingen ausgeklügelte Kopflastigkeiten und weitausholende Gesten meiden und das Alltägliche so zeigen, wie es ist. Jede Ausstellung sei, so Renate Wanda Gehl in ihrer Rede anlässlich der Vernissage, ein Gradmesser, der anzeigt, ob man eine ordentliche, achtenswerte Haltung zu seiner Arbeit gefunden hat. Die Weite sei als Endlosigkeit, Unendlichkeit, Entfernung und Ausdehnung zu definieren.
In den vorwiegend neuen Bildern wird die Weite zu einer Raumerfahrung und zu einem Raumerlebnis, Begrenzungen und Enge werden aber ebenso spürbar. Die beiden Malerinnen rufen die Weite der Landschaft sowohl durch die Farbfolgen, als auch durch die Schärfen und Unschärfen der Formen hervor. Spannungsreiche Tiefe entsteht vor allem durch die Verbindung der diagonalen und der horizontalen Linien. Verschiedene Techniken wie Acryl, Aquarell und Pastell werden angewendet, lassen Landschaften oder Gegenstände in den abstrakten Werken erahnen.
Sehenswerte Arbeiten von Renate Wanda Gehl sind „Wasserspiegelung“, „Robert Schumann, Arabesque op. 18“ und „Morgenstimmung“. Ingrid Schumacher beeindruckt mit „Häuser-Meer“, „Boote“ und „Inmitten des Waldes“.
Die Ausstellung ist noch heute und morgen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.