Tuntenhausen – Hubert Dobl, geboren in Rosenheim, studierte Gesang und Gesangspädagogik mit den Schwerpunkten Sprechwissenschaft und Chorleitung in Halle, Salzburg und Wien. Neben seiner Tätigkeit als Dozent für Gesang und Stimme an der Athanor Akademie für darstellende Kunst in Passau arbeitet er freiberuflich als Sänger, Gesangslehrer, Chorleiter und im Bereich Kulturmanagement. Bei der Opernbühne ist er seit 2013 regelmäßig als Chorleiter und in der Organisation tätig.
Der Verein „die Opernbühne“ blickt in diesem Sommer auf 30 Jahre seines Bestehens zurück. Können Sie etwas über die Geschichte des Vereins und seine Ziele erzählen?
Ich selbst habe natürlich nur die jüngere Geschichte miterlebt, die Historie des Vereins kenne ich aus Recherchen anlässlich des Jubiläums. Der eingetragene Verein „die Opernbühne“ wurde zum Jahreswechsel 1988/89 gegründet und hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt, verändert und zu Teilen immer wieder neu erfunden. Über die Geschichte mit zahlreichen wunderbaren Opern und über das große Engagement von Verein und Chor gäbe es viel zu erzählen. Gegenwart und Zukunft der Maxlrainer Oper hängen stets von der Initiative der Menschen im Verein ab. Im Publikum Begeisterung für die Welt der Oper zu entfachen sollte auch weiterhin ein wichtiges Ziel des Vereins sein.
Zwar fungiert der Verein „Die Opernbühne“ als Veranstalter, aber die neue Namensgebung „Oper Schloss Maxlrain“ rückt den Aufführungsort mehr in den Fokus.
„Die Opernbühne“ spielte viele Jahre unter dem Namen Opernbühne Bad Aibling, der Großteil des treuen Publikums sprach jedoch immer von der Maxlrainer Oper. Im Zuge der Neugestaltung des Internetauftrittes lag es nahe, den traditionsreichen Spielort auch im Namen der Veranstaltung erscheinen zu lassen.
Interne Umstrukturierungen haben Ihren Tätigkeitsbereich vergrößert. Sie sind jetzt Leiter des künstlerischen Betriebsbüros. Was bedeutet diese Arbeit für Sie?
Die Weiterentwicklung des künstlerischen Niveaus machte auch die Änderung der Strukturen im Hintergrund nötig. Eine Oper auf die Bühne der Reithalle zu bringen, bedeutet eine enorme organisatorische und logistische Herausforderung für alle Beteiligten. Das Künstlerische Betriebsbüro koordiniert den gesamten Ablauf der Produktion, von den Vorbereitungen bis zur Durchführung. Es bedeutet für mich sehr viel zusätzliche Arbeit, neben der Einstudierungsarbeit mit dem Chor, doch es macht große Freude zu sehen, dass sich die Anstrengungen am Ende gelohnt haben.
Im Jubiläumsjahr entschied man sich für Mozarts „Cosi fan tutte“, zu dem Stendhal schrieb: „Mozart ist nur zweimal im Leben fröhlich gewesen (in einer Szene des Don Giovanni) und in Cosi fan tutte“.
Hinter einer Fassade der fröhlichen Leichtigkeit dieser komischen Oper verbirgt sich eine sehr kritische Sichtweise auf die menschliche Natur. Mozart und da Ponte zeigen Figuren, die naiv, frivol und zynisch mit ihrem Verständnis von Liebe und Treue umgehen und verleihen ihnen zugleich eine Tiefe, die uns in ihrer subtilen Vieldeutigkeit bis heute neugierig macht und überraschen kann. Mit Sicherheit stecken in der Musik sowohl Mozarts Fröhlichkeit als auch die ambivalenten Lebenserfahrungen eines reifen Künstlers und Menschen. Mit Cosi zeigt die Opernbühne erstmals eine der drei berühmten da-Ponte-Opern von Mozart, aufgrund des Bekanntheitsgrades natürlich eine große Herausforderung. Ich freue mich sehr, dass wir dem Publikum dieses Meisterwerk mit einem hervorragenden Solistenensemble, Chor und Orchester präsentieren können. Das Publikum erwartet in unserer Cosi passend zum Jubiläum ein farbenprächtiges, sommerliches Fest. Interview: Ute Bößwetter