Aschau – Sie sind die jüngste Initiative: die Festivo Festival Strings. Mit ihr werden junge Talente fit gemacht für den Konzert-Alltag. Hierzu finden sich Musikstudenten in Aschau ein, um von den Festivo-Profis angeleitet zu werden und sich gemeinsam auf dem Podium zu behaupten. Heuer steht die Pflege der historischen Aufführungspraxis im Fokus. Erstmals erproben die Jungtalente ein spannendes Barock-Programm – mit Gordan Nikolic als Konzertmeister.
Der Ausgangspunkt dieses vorletzten Festivo-Konzerts ist Antonio Vivaldi. Mit seinem 1711 gedruckten „L’estro armonico“, ein Zyklus von zwölf Violinkonzerten, hat er die Concerto-Schlachtenmusik mit Erstaufführungform zum Standard gemacht.
Auch Bach hat diesen Zyklus rege studiert. Wie sehr Vivaldi für ihn ein Vorbild war, verrät das Violinkonzert BWV 1042. Auch dieses Werk arbeitet mit Vivaldis Concerto-Form.
Gleiches gilt für das Cellokonzert Nr. 7 von Luigi Boccherini sowie für das Bratschenkonzert von Telemann – vermutlich das älteste seiner Art. Alles das wird gekoppelt mit einer barocken Schlachtenmusik von Biber und dem „Concerto grosso“ Nr. 8 aus op. 6 von Händel.
Beim großen Festivo-Finale gibt es hingegen eine deutsche Erstaufführung: eine Bearbeitung des „Rondo Concertante“ aus Mozarts Klaviersonate B-Dur KV 333 für Klavier und Streicher.
Sie stammt von dem Pianisten Dejan Lazic, bei Festivo ein gern gesehener Gast. Die Uraufführung wurde im Juni 2018 in den USA realisiert. Diese Bearbeitung wird klug gekoppelt mit den beiden Klavierquartetten Mozarts sowie dem Satz für Streichtrio B-Dur D 471 von Franz Schubert. Neben Lazic am Klavier und dem bekannten Geiger Benjamin Schmid gestalten Zen Hu (Violine), Johannes Erkes (Bratsche) und Enrico Bronzi (Cello) das große Festivo-Finale. Marco Frei