Oberaudorf – Das Singspiel „Almsommer“ war schon etwas Besonderes. Das lag nicht nur am Aufführungsort, fand die Veranstaltung doch tatsächlich auf einer Alm statt, nämlich der Grafenherberg-Alm der Familie Berger.
Die Besucher des alpenländischen Singspiels von Hans Berger durften sich für dieses Musikerlebnis auf die Reise in Bergers schöne Heimat im Auerbachtal machen. Auf der Alm seiner Familie im Sudelfeld erzählte Hans Berger mit seinen Musikern in bildhaft, nahezu greifbar wirklichen Geschichten von den Bergen und Tälern, aus denen der Komponist und Musiker stammt. Sie sangen und musizierten vom Almauftrieb bis hin zum Almabtrieb, vom Leben fernab der Ställe im Tal.
Bayerischer Seele nachgespürt
In dieser überaus authentischen Umgebung – die rustikale Almhütte ist liebevoll bis ins kleinste Detail aus altem Holz erbaut – verstand es Hans Berger, eine Klangfülle entstehen zu lassen, bei der aus jedem Takt die bayerische Seele hörbar, erlebbar, ja sogar einzuatmen war.
Josef Berger hat die Hütte mit seinen Söhnen erbaut, Hans Berger und seine Musiker erfüllten den Ort mit alpenländischer Musik. „Wer bereits einen Almsommer erlebt hat, der hörte und sah, roch und fühlte die Sommerfrische wieder, wer noch nie einen Almsommer erleben durfte, der träumte davon in märchenhaften Ahnungen“, so wie Peter Rosegger einmal schrieb.
Der Almsommer ist ein alpenländisches Singspiel mit Melodien unter anderem von Hans Berger, das er zusammen mit seinem kleinen Montinichor mit seinen Dreigesängen, Instrumentalisten und Solisten auf der Grafenherberg-Alm zur Aufführung gebracht hat.
Eingebettet in das Gesamtwerk ist der „Almauf- und -abtrieb“ des Bauerndichters Josef Reisenbichler aus Goisern in Oberösterreich. Nach einer vom Kiem-Pauli aufgezeichneten Melodie traten als Figuren Bauer, Bäuerin und Almerin und Erzähler auf und ließen so für das Publikum eine Alm tatsächlich lebendig werden. hö