Rosenheim – Gänsehaut pur: Beim dritten Konzert des Rosenheimer Sommerfestivals gab es gleich zwei Höhepunkte: Die beiden deutschen Talente Michael Schulte (29) und Wincent Weiss (26) überzeugten mit Liedern, die unter die Haut gingen.
Rote Lockenmähne, lässiges Outfit und ganz viel Gefühl in der Stimme: Michael Schulte eröffnete das Konzert am Mittwochabend mit seiner „Dreamer Tour“. Der sympathische Sänger, der beim Eurovision Song Contest (ESC) 2018 den vierten Platz belegt hat, lieferte einen bunten Mix aus nachdenklichen Balladen, schnellen Nummern und lockeren Sprüchen. Der Höhepunkt: das ESC-Lied „You let me walk alone“. Die 8500 Zuschauer zückten ihre Handys, schwenkten sie durch die Luft und sangen lautstark mit. Und weil es so schön war, gab es natürlich auch eine Zugabe: Das Lied „Holding up the fire“ sorgte erneut für ganz viel Gänsehaut.
Mit den Worten „Wer hat Bock auf Wincent Weiss“ verabschiedete sich Schulte vom Rosenheimer Publikum und machte die Bühne frei, für den Mann, dessen Auftritt am Mittwochabend alle entgegenfieberten.
Kurz nach 20 Uhr war es dann soweit: Mit einem Konfettiregen kam Weiss auf die Bühne und ließ so manches Frauenherz von der ersten Minute an höherschlagen. Er eröffnete sein einstündiges Konzert mit dem Lied „Kaum erwarten“. Unter den vielen Besuchern gab es etliche Frauen mit Fan-Shirts und kleine Mädchen, die Plakate mit den Worten „Wincent Weiss, du bist einfach unglaublich“ in die Höhe reckten.
Weiss begrüßte das Publikum, sprach von einem der größten Festivals, auf denen er bis jetzt auftreten durfte. Mit viel Witz führte er durchs Programm und nahm sich jede Menge Zeit für seine Fans. Er gab Autogramme, machte Bilder und hatte sogar ein Geburtstagsgeschenk für die kleine Vanessa dabei.
Und auch musikalisch hatte der junge Künstler einiges zu bieten. Er sang Lieder von seinem Debütalbum „Irgendwas gegen die Stille“ und begeisterte mit einem Medley, in dem er Hits bekannter Kollegen aufgriff.
Das Publikum liebte jede Zeile. Es wurde getanzt und gesungen. Männer umarmen ihre Frauen, Kinder ihre Mütter. Die Atmosphäre hätte besser nicht sein können. Weiss sprach über vergangene Beziehungen, gescheiterte Pläne. Er ist ein Star zum Anfassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Beim „Stagediving“ sprang er ins Publikum, und ließ sich von der Menge tragen, ohne dabei seinen Gesang zu unterbrechen.
Auch die Bühnenshow war vom Allerfeinsten. Es gab Pyro-Effekte, Lichtshows und Riesenballons, die durch die Menge schwebten. Krönender Abschluss: ein Feuerwerk, passend zu seinem gleichnamigen Lied. Ein Hit, der treffender nicht hätte sein können und mit dem Text: „Lass uns leben wie ein Feuerwerk, denn dieser Augenblick kommt nie zurück, die ganze Welt kann uns gehören“ den Abend nochmals bestens zusammenfasste. Anna Heise