Tuntenhausen – Eine flotte Inszenierung von Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ durfte das Publikum anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Vereins Opernbühne in des Reithalle von Schloss Maxlrain erleben. Unter der Regie von Josef Maria Krasanowsky und der musikalischen Leitung von Chariklia Apostulu entspann sich zu der melodischen Musik Mozarts eine harmlos-vergnügliche Geschichte um Liebe und Vertrauen, Verrat und Eifersucht. Schauplatz war ein Gartenfest, auf dem sich die bunte Schar der Gäste im Party-Outfit bei Sekt und Ballspielen vergnügt.
Der alte Spötter Don Alfonso (Jens Olaf Müller) geht mit den Verliebten Ferrando (Derek Rue) und Guglielmo (Chi-An Chen) eine Wette ein. Don Alfonso will prüfen, ob ihre Freundinnen Fiordiligi (Arolina Plicková) und Dorabella (Olga Privalova) auch wirklich treu sind. Die beiden Offiziere müssen in den Krieg ziehen, was die Schwestern zur Verzweiflung treibt. Die kecke Hausangestellte Despina versucht, die beiden Frauen aufzumuntern. Bald tauchen die jungen Männer wieder als Fremde auf und versuchen, der jeweils anderen Geliebten den Kopf zu verdrehen.
Stimmschön und voller Leidenschaft sangen Ferrando und Guglielmo bereits im Terzett „La mia Dorabella“, in dem sie Don Alfonso ihre Entrüstung über die vermeintliche Untreue ihrer Geliebten zeigen. Als die beiden unter Trommelwirbeln in den Krieg ziehen müssen, offenbart Dorabella mit herzergreifendem Sopran ihren Abschiedsschmerz. Die Dramatik steigert sich noch, als die Gäste des Festes rote Fähnchen schwenken und aus dem exotisch anmutenden Bühnenbild unter weißem Dampf die Kontur einer überdimensionalen Katze herauskippt.
Berührend waren die Treueschwüre der Schwestern, witzig die als Orientalen verkleideten Ferrando und Guglielmo, die nun mit Sträußen roter Rosen um die Gunst der Geliebten des jeweils anderen werben. Mit ausdrucksvollem Tenor sang Ferrando „Ein liebevoller Hauch“, in der er von der Macht der Liebe schwärmt. Eine Glanzrolle hatte Despina als Arzt, als sie die beiden unglücklichen Männer nach ihrem Selbstmordversuch durch eine Heiterkeit hervorrufende Zitterkur mit Magnetismus wieder ins Leben zurückführt.
Zu Herzen ging das Liebesduett zwischen Guglielmo und Dorabella, die bald seinem Drängen erliegt. Als Ferrando damit droht, sich zu töten, schmilzt auch bei Fiordiligi der letzte Widerstand dahin, was wiederum Guglielmo entrüstet. Trocken und lapidar stellt Don Alfonso die Wechselhaftigkeit der Frauenherzen fest: „Cosi fan tutte“, so machen’s alle.
Mit Schwung und Freude spielte das Orchester, das die Sänger niemals überdeckte, sondern zu ihnen stets in harmonischer klanglicher Balance stand. Raumfüllend und klar akzentuiert sang der Chor. Dass nicht jeder Satz, sondern nur der Inhalt einer Arie aus dem Italienischen auf Untertiteln zusammengefasst und übersetzt war, erleichterte das Lesen.
Die Kostümierung der Gäste mit Sonnenbrillen und Partyhüten war schrill, gewagt Don Alfonso im Leopardentanga. Kindisch-poppig wirkten die aufblasbaren Flamingoreifen, die bunten Bälle und das Plastikplanschbecken. Zur heiter-naiven Handlung bildeten sie gleichwohl eine stimmige Ergänzung. Für die gelungene Aufführung spendete das Publikum am Ende zu Recht lebhaften Beifall.