Traunstein – Mit Spannung erwartet wurden die diesjährigen Preisträger des „Roter-Reiter-Preises“, der im Kulturzentrum verliehen wurde. Die Auszeichnung geht heuer an Alessia von Mallinckrodt aus Chieming und Michael Haider aus Salzburg.
Zum vierten Mal wurde heuer von Landkreis, Stadt und Kunstverein Traunstein der „Rote-Reiter-Preis“ verliehen, der mit 3000 Euro dotiert ist und seit 2013 alle zwei Jahre ausgelobt wird. Ausgezeichnet werden jeweils ein bis maximal drei Werke aus der aktuellen Offenen Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein, die inhaltlich und ästhetisch Zeitbezüge aufweisen, neue Sehgewohnheiten hervorrufen und/oder einen experimentellen Charakter haben. Auf diese Weise wird ideell das Anliegen der 1945 in Traunstein gegründeten, progressiven Künstlergruppe „Roter Reiter“ weitergeführt. Ihr gehörten damals der Maler Erwin Shoultz-Carnoff mit den Künstlern Franz Rudolf Wanka, Otto Speidel und Otto Sliwka an.
Bei dem Festakt gab der Vorsitzende des Kunstvereins, Herbert Stahl, eine kurze Einführung in die Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein. Unter dem Titel „Feldversuche“ sind vier Wochen lang an verschiedenen Orten und Plätzen im Landkreis weit über 130 Kunstwerke aus den verschiedensten Sparten der bildenden Kunst zu sehen. Die Jury, die nicht nur die Kunstwerke für die Jahresausstellung, sondern auch die Preisträger auswählte, bestand aus Judith Bader, Carin Stoller und Klaus Ballerstedt.
Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel verlas die Begründung der Jury für Alessia von Mallinckrodts Kunstwerk „Eagle Peak – Feld Suche“, eine Installation „die unterschiedliche künstlerische Techniken und Ausdrucksformen zu einem neuen, stilsicher komponierten Ganzen vereint“, wie es in der Begründung heißt. Das Ensemble aus Malerei, Zeichnung, Objekten und Fundstücken sei dem Ausstellungsort stimmig angepasst. Dabei erhält der Betrachter durch inhaltliche und formalästhetische Bezüge zwischen Natur und Technik sowie Kunst und Natur die unterschiedlichsten Denkanregungen und Seheindrücke.
Der Vertreter des Landkreises, der stellvertretende Landrat Andreas Danzer, gab die Begründung der Jury für den „Werkkomplex „Felder“ von Michael Heider bekannt – „Über ultimative Feldversuche“, Wandklebearbeit mit Ausdrucken: Der Werkkomplex des Salzburger Künstlers, Philosophen, Pädagogen und Mathematikers widmet sich der manipulativen Macht von Texten und Bildern. In Zeiten von „Fake News“, „alternativen Fakten“ und einer nicht hinterfragten Beeinflussung der Wahrnehmung von Wirklichkeit durch „Aussagen der virtuellen und materiellen Welt leistet dieser künstlerische Beitrag Aufklärung und Erkenntnisgewinn.“ Gestärkt würden dadurch Mündigkeit und Kritikfähigkeit des Betrachters: „Für seinen leidenschaftlichen künstlerischen Aufruf zu mehr Verantwortung und selbstreflexivem, gesellschaftlichem Engagement erhält Michael Haider den Roten Reiter Preis 2019“. gi