Prien – Der Geschichte des Schmucks im bäuerlichen und bürgerlichen Leben widmete sich die Sonderausstellung „Kropfketten
und Blutstoa“ im Heimatmuseum Prien, die heute, Samstag, eröffnet wird. Über Jahrhunderte war Schmuck und Auszier nur den herrschenden Gesellschaftsschichten vorbehalten. Erst das späte 18. und das 19. Jahrhundert ermöglichte es auch bürgerlichen und bäuerlichen Schichten, Schmuck zu tragen. Je dicker die Ringe, Ketten und Münzen an der Weste, je schwerer die Silberschnüre am Mieder oder die dazugehörige Kropfkette waren, desto wohlhabender waren die Träger. Viele Anhänger an Ketten und Rosenkränzen hatten auch Amulettcharakter und sollten vor Krankheiten, Gift und Zaubereien schützten. In Silber gefasste Amulette und allerhand Segen und Segenszettel, oft verpackt in „Breverl“, boten Schutz vor Schadzauber und Hexerei. Diese Vielfalt und deren Entwicklung wird in der Ausstellung anhand zahlreicher Stücken wie Florschnallen, Miedergeschnüren, Charivaris, Uhrketten, Bauernringen, Amuletten und Rosenkränzen aus süddeutschen Privatsammlungen aufgezeigt. Die Ausstellung wird heute, Samstag, um 16 Uhr, eröffnet. Zur Einführung spricht der Dachauer Kreisrat und Brauchtumspfleger Robert Gasteiger. Zu sehen sind die wertvollen Stücke bis 27. Oktober täglich außer Montag von 14 bis 17 Uhr.