Rosenheim – Viele junge Leute bevölkerten drei Tage lang mehrere Ebenen des zurzeit leerstehenden ehemaligen Bastel- und Kreativgeschäfts Huber-Seiler mitten in Rosenheim. Wer dort als Besucher hineinschnupperte, konnte erleben, was in der Region mit einem Zusammenschluss von Kunstschaffenden verschiedener Genres alles möglich ist.
Luca Thiel (21), ein angehender Student von Kulturmanagement, und die Künstlervereinigung „Connected Skills“ boten auf mehreren Ebenen des Gebäudes in erster Linie ausgestellte Kunstwerke, aber auch Musik und Mode, Lyrik und Theater – also quer durch verschiedene künstlerische Bereiche. Das Künstlernetzwerk soll das Kunstschaffen in der Region stärken, Ideen weitertransportieren und nicht zuletzt für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit sorgen.
Die überwiegende Mehrheit der ausgestellten Werke stammten dabei von Nachwuchskünstlern, die aber auf einem guten Weg sind. Einige vertiefen ihre Ambitionen gerade in Ausbildungen, beispielsweise in Mediengestaltung oder im Modebereich. Stellvertretend für die vielen Talente ein paar Beispiele: Die erst 16-jährige Amilia Sattler hat in Acryl ein starkes Porträtbild „God bless the dead“ beigesteuert. Amelie Sophie Meyer, Azubi als Damenmaßschneiderin, stellte Kostüme aus und begleitete die Stücke mit Überlegungen zu Nachhaltigkeit. Sabrina Cultrona porträtiert Menschen mit überdimensionalen Brillen, Julia Helena hat feine, nostalgisch wirkende Linoldrucke aufgehängt.
Leo Wendt aus Kolbermoor kombiniert Tiermotive wie Elefanten und Hirsche mit einem knalligen, am PC entstandenen Hintergrund mit skurriler Wirkung. Louise Fritzsche animierte zum Mitmachen, die Besucher durften ihre eigenen Gedanken zu den visualisierten Themen „Liebe“, „Sehnsucht“ und „Angst“ in Notizhefte schreiben. Franziska Eslami verbildlicht in vier Motiven ihre Serie „What are your plans“ und Eva Kieckhoefer belustigt durch zwei poppig-bizarre Ladies. Eine Rauminstallation wirkte in zartem Rosa, in einem verdunkelten Bereich gab es eine Videoinstallation mit geometrischen Motiven in 3D-Wirkung.
Auf dem Musikprogramm standen die Sängerin Megan Ashworth, anschließend spielte eine junge Jazzband Standards wie „Summertime“, drehten aber auch mal kurz funkig auf. Am Samstag sorgte die melodische Band „Quango“ mit Folk-Pop für leichte Stimmung und rhythmisches Mitwippen. Später kamen noch weitere Musikacts wie „Thepassingboy“ dazu.
Das am frühen Abend noch locker verteilte Publikum flanierte interessiert durch die Ausstellung, hörte den Bands zu und genoss die unkonventionelle Veranstaltungsform, die sich so gerne wiederholen kann.