Weiter „der Welt entrückt“

von Redaktion

Die Herrenchiemsee Festspiele ziehen erfolgreich Bilanz

Chiemsee – Die Herrenchiemsee Festspiele im Jahr eins nach dem Tode des Gründers und Leiters sind zu Ende. Erfreulicherweise sei die Auslastung der Konzerte heuer auf 90 Prozent gestiegen, verkündete Josef Kröner, der geschäftsführende Programmdirektor. Der Vorverkauf im Dezember habe schon anfangs etwa zehn Prozent Vorsprung zum Vorjahr gehabt.

Acht Konzerte waren restlos ausverkauft, nämlich die ersten vier, zwei davon im Münster auf der Frauenkirche, die Konzerte mit der „Academy of St Martin in the Fields“, das Konzert des Münchner Rundfunkorchesters mit Ljubka Biagioni als Dirigentin (wir berichteten) sowie die beiden letzten, nämlich „Die Trompeten von Versailles“ mit der Capella Gabetta und dem Trompeter Gábor Gabetta und „Abgötter“, mit Musik von Beethoven und Bruckner (wir berichteten).

Gerade dieses letzte Konzert mit dem Orchester der Klangverwaltung unter Kent Nagano habe „eine unglaubliche Intensivität“ besessen und sei vom Publikum sehr enthusiastisch aufgenommen worden, sagte Kröner (wir berichteten). Überhaupt, so Kröner, seien vom Publikum vor allem die Programmatik sowie die besondere Qualität der Ensembles gelobt worden.

Sehr zufrieden zeigte Kröner sich auch davon, dass das Kammerkonzert mit dem herausragenden „Quatuor Mosaïque“, das nicht wie bisher im Unvollendeten Treppenhaus, sondern ebenfalls im Spiegelsaal stattfand, so großen Zuspruch fand (wir berichteten). Ausgerechnet sein „Lieblings-Projekt“, das „Finnish Barocque Orchestra“ mit Barockmusik aus dem Umfeld der schwedischen Königin Christine, das so gut in das heurige Motto „Ein Königreich der Künste“ gepasst hatte, war am wenigsten verkauft, bedauerte Kröner.

Die Festspiele Herrenchiemsee sind auch 2020 finanziell gesichert, weil sie als „Leuchtturmprojekt“ gälten, wie das bayerische Wissenschafts- und Kunstministerium betonte. 2020 wird auch das 20-jährige Bestehen der Festspiele würdig gefeiert werden und natürlich wird auch Beethoven berücksichtigt werden, dessen 250. Geburtstag dann gedacht werden wird. Auf Herrenchiemsee dann wie immer auch mit Wasserspielen, livrierten Dienern, den beliebten Alphornbläsern in der Pause und der Heimfahrt mit den illuminierten Schiffen in der Abenddämmerung. Also werden auch im nächsten Jahr die Festspielbesucher wieder „der Welt entrückt“ werden, wie das Gesamtmotto der Festspiele lautet.

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