Energie, Kunst und Mensch

von Redaktion

Das Künstlerkollektiv Unzone gestaltet Skulpturenausstellung im Kohlstattpark

Kiefersfelden – Mit der Ausstellung „Kunst = Energie“ bringt das bayerisch-österreichische Künstlerkollektiv Unzone gestaltendes Leben in den geschichtsträchtigen, aber jetzt doch ein wenig verlassenen Kohlstattpark inmitten von Kiefersfelden. 18 Künstlerinnen und Künstler stellen auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Areal 25 Exponate zu den Themen Energie, Kunst und Mensch aus. Seit Herbst letzten Jahres sind die Initiatoren Hilde Prinz, Renate Seidel und James Clay mit Organisation und Gestaltung der Ausstellung beschäftigt, die als grenzübergreifendes Projekt von „Interreg Österreich-Bayern“ in der jeweiligen Gemeinde bezuschusst wird.

„Perfektes

Refugium“

„Der Kohlstattpark ist das perfekte Refugium für unsere Ausstellung“, so James Clay, künstlerischer Leiter von Unzone. Die ausgestellten Skulpturen passen sich in die Gegebenheiten des Parks ein. So sind auf dem „Kraftfeld“ von Nina Wechner 64 rot-weiße Starkstromstecker quadratisch und auf Stelzen platziert, die das Ausstellungsmotto „Kunst = Energie“ in Einklang bringen. Während die „Igel Sterne“ von Ursula Beiler auf etwaigen außerirdischen Besuch hindeuten, befasst sich Josef Hubers Marmorplatte „Ikarus“ mit der Sonnenenergie, die so manches und manchen zum Schmelzen bringen kann – wenn er denn nicht aufpasst. Den natürlichen Kreislauf des Lebens stellt das Werk von Hilde Prinz „Krater und Kürbis“ dar. „Das Werden und auch wieder vergehen ist völlig natürlich“, sagt sie und das abgestorbene Holz sowie der darüber wuchernde frische grüne Kürbis veranschaulichen das Kunstwerk eindrucksvoll und pragmatisch.

Auf dem „Speakers Corner“, dem zentralen und informativen Platz der künstlerischen Präsentation, hat jeder die Möglichkeit, seinen rednerischen Beitrag zum Ausstellungsthema lautstark einzubringen. Der „Baum in Eisen“ von James Clay ist vor allem in der aufgehenden Morgensonne der optische Wegweiser zum Skulpturenpark in der Kohlstatt, der Besucher anlocken soll. Mit Tausenden von sich überlappenden Dachpappstiften hat er den Korpus einer abgestorbenen Weißbuche überzogen und nun wirkt das Monument geradeso schuppig wie der Panzer eines mittelalterlichen Ritters.

Am anderen Ende des Kohlstattparks hat Peter Brandsma mit seinem Kunstwerk „Die Krönung“ eine eindrucksvolle Skulptur geschaffen, die das Thema Verkehr, Inntal, Brennerzulauf sowie Natur und Umwelt in künstlerischer aber doch sehr eindeutiger Weise zum Inhalt hat und die widersprüchlichen Ansichten darüber zum Ausdruck bringt. Der „Lichtpfad“ von Renate Seidel entspringt durchaus pragmatischer Überlegung, hat sie doch auf ihrem Weg durch den Park bei Nacht schon manches Mal die Orientierung verloren. Daher steht ihrem Werk, einem beleuchteten, den Weg weisenden Lichterband, neben dem künstlerischen durchaus auch ein nutzbringender Effekt zu.

Mit der „Reihenhaussiedlung für Vögel“ spielt die Künstlerin Ilse Uffelmann auf die Verbauung der Natur an und die mächtige eiserne Schlangenskulptur „Anaconda“ von Alois Schild ist auch als Sitzplatz geeignet. Bei entsprechender Sonneneinstrahlung wirkt die künstlerische Darstellung „Buntwäsche 60°“ von Anneliese Sojer wie ein farbenbuntes Wäschepaket auf der Leine und auf ihrem „Platz für Eindringlinge“ deutet Angela Wechner auf das aktuelle Thema aktuellen Migration hin.

Workshop

und Führungen

Daneben wurde die Rückwand eines auf dem Park stehenden alten Schuppens weiß angestrichen, die nun als Graffiti-Wand „OHA“ bei kreativen Sprayern und Malern großen Anklang findet.

Das ausstellende Künstlerkollektiv plant noch eine ganze Reihe von Aktivitäten. Vom 26. bis zum 31. August besteht vor allem für die jüngeren Besucher die Möglichkeit, bei einem „Malworkshop“ Kreativität und künstlerisches Talent zu beweisen. Anmeldungen sind bei Thea Barth (Telefon 0043/67639/70271) und Peter Brandsma (0043/ 66057/37179) möglich.

Am Sonntag, 1. September, ab 17 Uhr stehen die Vertreter des Künstlerkollektivs Unzone bereit, Besucher durch den Kohlstattpark zu den dort platzierten Kunstwerken zu führen. Am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr werden die Arbeiten, die im Rahmen des Malworkshops entstanden sind, vorgestellt. Anschließend besteht noch einmal die Möglichkeit einer Führung durch den Skulpturenpark. Die Ausstellung läuft, entsprechend der Witterung, noch bis in den November hinein. Das Projekt „Kunst = Energie“ endet dagegen erst mit Jahresschluss.

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