Miteinander im Fluss

von Redaktion

Viel Applaus für Abschlusskonzert des internationalen Kammermusikkurses

Grassau – In Zeiten, in denen Themen wie Klimawandel, weltpolitische Konflikte, digitale Revolution oder Terroranschläge die Menschheit in Atem halten, tut es wohl, dreizehn jungen Instrumentalisten aus unterschiedlichen Nationen bei einem Konzert zuzuhören, die sich, indem was sie tun, durchwegs einig sind. Das war den zahlreichen Zuhörern in der Villa Sawallisch beim Abschlusskonzerts eines internationalen Kammermusikkurses wahrhaft „Musik in den Ohren“.

Training von Technik und Interpretation

Die drei renommierten Dozenten Clemens Weigel, Aiko Mizushima und Professor Jürgen Weber sowie der begleitende Pianist Masaaki Hirasawa hatten in der Villa eine Woche intensiv mit den jungen Nachwuchsmusikern in Sachen Technik- und Interpretationstraining in intensivem Einzelunterricht und im Ensemblespiel gearbeitet.

Zum Einstimmen, als geschmackvolle musikalische Vorspeise also, gab‘s „Salut d’amour“ von Edward Elgar. Wie großartig ein Celloquartett klingen kann, zeigten dann in Werken von Bach, Vivaldi, Schumann und Astor Piazzolla Jaana Kretzschmar (Deutschland), Miki Sato (Japan), Gabriel Ascanio Hecker (Venezuela) und Ariel Garcia (Chile). Mit der Piazzolla-Bearbeitung „Oblivion“ war zugleich ein „klassischer“ Ausflug in das Genre Jazz gemacht.

Das Besondere an den Auszügen aus dem Streichquartett Op. 12 in Es-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy war wohl die Tatsache, dass drei der Instrumentalisten sich in dem Alter befanden, in dem der Komponist es im Jahr 1829 komponiert hatte – 20 Jahre: So kam es in entsprechend frischer Interpretation von Momo Shibata und Shintaro Sano (beide Japan), Jürgen Weber (Dozent) und Jaana Kretzschmar daher. An Mozarts viersätzigem Streichquartett KV 575 in D-Dur kann man sich nicht satthören: Für die drei Japanerinnen Ena Shibata, Yuuka Suzuki (Violinen) und Midori Kusakabe (Viola) und den Venezolaner Gabriel Ascanio Hecker (Cello) eine echte Fleißaufgabe, die sie mit großem Können meisterten.

Dass die Viola im solistischen Spiel nie ansatzweise an die Popularität der Violine heranreichte, konnte man bei der virtuosen Interpretation des Andantes comodo aus dem Violakonzert Op. 68 in a-Moll von William Walton kaum glauben. Denn der Kanadier Samuel Choi präsentierte sein Instrument in Klavierbegleitung von Masaaki Hirasawa als wunderschöne „große Violinen-Schwester“, die mit warmem Klang in tieferer Stimmlage die kleine Schwester in den Schatten stellte.

Als letztes Werk und weiterer Höhepunkt des Konzerts kam Tschaikowskis Streichsextett Op. 70 „Souvenir de Florence“ zu Gehör: Arisa Hagiwara, Aya Watanabe (Violinen), Samuel Choi, Midori Kusakabe (Violen), Miki Sato und Ariel Garcia (Celli) brachten die Zuhörer zum Schwärmen und durften sich am Ende des viersätzigen Werks über einen jubelnden Applaus freuen.

Aus dem entspannten Lächeln der Dozenten konnte man erahnen, dass sich die Woche intensiven Unterrichts gelohnt hat. Lehrende und Lernende freuten sich über den kräftigen Schlussapplaus.

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