Vom Da- und Unterwegs-Sein

von Redaktion

Ausstellung „DaSein“ von Siglinde Berndt und Hilde Manzke in Neubeuern

Neubeuern – Siglinde Berndt vom Künstlerkreis Neubeuern gestaltet mit ihrem Gast Hilde Manzke die Ausstellung „DaSein“ in der „Alten Raiffeisen“. Der Künstler Andreas Pytlik aus Schnaitsee führte bei der Vernissage in die Ausstellung ein und erläuterte, dass sich unterschiedliche Daseins-Zustände nicht eindeutig voneinander abgrenzen ließen, da sie nicht nur von unserer eigenen Wahrnehmung abhängig seien, sondern auch von äußeren Einflüssen. Damit spielt diese Ausstellung: Mit den Mitteln der Malerei, der Zeichnung, der Fotografie und der Installation.

Als Reaktion auf die Flüchtlingssituation auf Lampedusa tauchen im Werk von Siglinde Berndt erstmals Boote auf. Ihr aktueller Zyklus, die Ankerserie, ist eine logische Folge nach den Booten und dem Bearbeiten der Flüchtlingsthematik. Der Anker kann Halt und Fessel gleichermaßen sein, deshalb hat der Begriff der „Ankerzentren“ diese Auseinandersetzung in ihr angestoßen.

Die Fotos von Hilde Manzke zeigen Porträts von Puppen und Menschen aus ihrem familiären Umfeld. Manchmal ist es schwer, zu unterscheiden, ob es ein Puppen- oder Menschengesicht ist. „Die Puppe vom Ausstellungsplakat gab den Ausschlag zu meinen Porträts“, erzählte Hilde Manzke. Diese Porzellanpuppe ihrer Mutter begleitete sie selbst durch ihre Kindheit.

Die Installation „Post von daheim“ ist eine gemeinsame Arbeit, die explizit für diese Ausstellung geschaffen wurde. Die Dias stammen zum Großteil aus dem Nachlass des Onkels von Rudi Pflügl, der an dieser Arbeit mit beteiligt war. Das Dokumentieren von Reisen zu den Sehenswürdigkeiten dieser Welt ist auch ein Vergewissern des Vor-Ort-Seins und Dabei-Seins. Die Puppe von Manzke steht innerhalb dieser Installation und nimmt einen Brief entgegen, von hinten, vom Ort, der verlassen wurde. Durch die Szenerie laufen die Boot-Füße von Siglinde Berndt als Sinnbild für das Unterwegs-Sein.

Bis 25. August

Die Ausstellung in der Auerstraße 37 ist noch bis Sonntag den 25. August zu sehen. Geöffnet ist freitags von 18 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr.

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