Traunstein – Seit zehn Jahren läuft in Traunstein die Reihe „Kunst im Park“. Künstlerinnen und Künstler können auf Einladung der Städtischen Galerie Traunstein ein exemplarisches Werk zeitlich begrenzt im öffentlichen Raum präsentieren – bisher überwiegend im Park am Wochinger Spitz, aber auch im Stadtpark und mit der Eröffnung des Salinenparks im Juli 2019 nun auch dort.
Holz- und Metallskulpturen
Den Auftakt im Salinenpark bildet der in München und Tittmoning lebende Bildhauer Heiko Börner. Sein künstlerisches Werk umfasst sowohl Holz- als auch Metallskulpturen. Charakteristisch für seine Arbeit ist ein abstrakter Ansatz, der Formen und Strukturen aus Natur, Technik und Architektur aufeinandertreffen lässt. Für den Salinenpark wählte der Bildhauer drei Arbeiten aus: im geschützten Ambiente des mit Beeten und Wegen angelegten Apothekergartens zwei schmale, vertikal aufragende Eichenholzskulpturen und auf der freien Wiesenfläche davor eine große, dennoch luftig und filigran wirkende rote Metallskulptur.
In der Bearbeitung des Holzes fällt auf, dass Börner dem Material Holz viel abverlangt, indem er gerade die Ambivalenz zwischen natürlicher Holzmaserung und Wuchs und künstlerischem Zugriff zum Thema macht. Seine Holzskulpturen sind weder geschraubt noch geleimt, sondern aus einem Stück geschaffen. Die dem Material abgerungene Form ist durch Gegensätze geprägt: glatt und aufgeraut, vertikal und horizontal, innen und außen, plan und gewölbt.
Die Metallskulptur, ein 3,60 Meter hoher abstrakter Formenkörper, ist durch seine Gitterstruktur trotz der beachtlichen Höhe und Signalfarbe von großer Durchlässigkeit und Eleganz. Die durchbrochenen geometrisch gegliederten Flächen sind in sich leicht gedreht und gekippt. Erst dadurch ergibt sich die plastische Dreidimensionalität, die den umschlossenen Luftraum als raumbildende Größe integriert. Jeder neue Standpunkt des Betrachters bietet neue Sichtachsen und Wirkungen und beim Umrunden der Skulptur bekommt der Betrachter einen Eindruck davon, wie sehr der Bildhauer mit den elementaren Größen Spannung und Bewegung arbeitet.
Im Wechselspiel von Natur, Technik und Architek-tur, von Vergangenheit und Gegenwart, die das Areal des Salinenparks insgesamt prägt, fügen sich die Skulpturen von Heiko Börner ansprechend ein und setzen gleichzeitig einen eigenständigen, prägnanten künstlerischen Akzent.
Broschüre dokumentiert Projekte
Seit Kurzem ist eine kleine Broschüre erschienen, die neun künstlerische Projekte, die seit 2015 in „Kunst im Park“ realisiert wurden, auflistet und mit Fotografien anschaulich dokumentiert. Wer die Projekte von Franz X. Angerer, der Künstlergruppe Department für öffentliche Erscheinungen, Karl-Heinz Einberger, Maria und Rudi Finsterwalder, Stefan Forler, Helmut Mühlbacher, Cosima Strähhuber und Silvia Wienefoet anhand der Broschüre Revue passieren lassen möchte, kann diese bei der Städtischen Galerie Traunstein unter galerie@traunstein.de anfordern.