Prien – Der bayerische Musiker und Kabarettist Andreas Martin Hofmeir gastiert am Samstag, 28. September, um 20 Uhr, mit seiner Tuba im König-Ludwig-Saal in Prien.
Hofmeir gewann als erster Tubist überhaupt den Echo-Klassik als „Instrumentalist des Jahres“, er ist Professor am Mozarteum in Salzburg und war Gründungsmitglied der bayerischen Blasmusiker-Kultband LaBrassBanda. Jetzt besinnt er sich auf seine kabarettistischen Wurzeln.
Wahre Geschichten und virtuose Musik
Das Publikum erwartet mit „Kein Aufwand Teil 1!“ eine musikalisch-kabarettistische Lesung in der Tradition eines Gerhard Polt oder Karl Valentin – so kündigt es jedenfalls Hofmeir an. Auch mit Fredl Fesl wurde er schon verglichen.
Der gebürtige Münchener liest aus seinen Erfahrungen als Tubist (unter anderem bei den Münchener und Wiener Philharmonikern sowie dem Gewandhausorchester) und Weltreisender, in epischer Breite und lyrischer Würze. Die „allesamt wahren Geschichten“ sind eine tragikomische und atmosphärische Mixtur, entwaffnend und witzig zugleich. Dazu gibt es brasilianische, ungarische und argentinische, mitreißend virtuose Musikstücke.
Neu ist Hofmeir in der Kabarettszene nicht. Im Gegenteil, er hat bereits sechs Jahre mit der Musikkabarettgruppe „Star Fours“ hinter sich, die mit dem Hallertauer Kleinkunstpreis, dem Schweiger Kleinkunstpreis, dem Thurn und Taxis-Kabarettpreis sowie mit der „Goldenen Weißwurscht“ ausgezeichnet wurde. Hofmeir war ebenso Teil des Theaterkabaretts „Die Qualkommission“ und gewann auch hier Preise.
Jetzt will er sein eigenes Ding machen und wählt, wie er selbst von sich sagt, „altersbedingt“, die Lesevariante. Dabei schildert der 41-Jährige zum Beispiel seinen Kampf mit dem Instrument, dem ungeliebten Üben, die Schwierigkeiten beim Reisen, den plötzlichen Zusammenprall des Landburschen mit der Großstadt Berlin – dort gewann er 2005 den Deutschen Musikwettbewerb, sein bis dahin größter Erfolg. Nach diesem Abend darf sich jeder mal ein bisschen als Tubist fühlen.
Denn das Instrument selbst, um das sich bei Hofmeir beruflich alles dreht und für das er nach Klavier, Schlagzeug und Tenorhorn, mit zwölf Jahren seine Leidenschaft entdeckte, darf am Kabarettabend freilich nicht fehlen. Das Vermitteln von Inhalten, das kann Hofmeir auch ganz ernst: Im September 2006 wurde er an die Universität Mozarteum Salzburg geholt und 2010 dort zum ordentlichen Universitätsprofessor berufen. Darüber hinaus gibt er Meisterkurse und ist bei Wettbewerben ein gefragter Juror seines Fachs.
Über LaBrassBanda hinaus gewachsen
Und wer ihn immer noch mit LaBrassBanda in Verbindung setzt, dem sei eine Liste zahlreicher weiterer Musiker empfohlen, mit denen Hofmeir unterwegs war und ist –während, überwiegend aber nach seiner Zeit bei der Bläser-Band. So gründete er beispielsweise mit dem Harfenisten Andreas Mildner das weltweit erste Tuba-Harfen-Duo. Mit dem Geiger Benjamin Schmid spielt er in der Schmid/Hofmeir HochTief GmbH, dem weltweit einzigen Duo mit Tuba und Violine. Mit der Organistin Barbara Schmelz tritt er in einem Duo für Tuba und Orgel auf. Hofmeir konzertiert mit seiner eigenen Jazzband sowie mit seinem Tuba-Ensemble European Tuba Power. Seit 2012 hat er mehrere CDs veröffentlicht und ist seit Mai Mitglied bei den Münchner Turmschreibern.