Poetisch-musikalische Annäherung

von Redaktion

Die Jazzer von Quadro Nuevo und Harald Lesch bereiten auf die „Saurier“ vor

Rosenheim – Es ist eine einzigartige Premiere für das Ausstellungszentrum Lokschuppen: Erstmals bietet ein philosophisch-musikalischer Abend im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum den Vorgeschmack auf eine Ausstellung – es geht um „Saurier – Giganten der Meere“, die am Donnerstag, 26. September, im Lokschuppen ihre Pforten öffnet. „Konzert & Talk“ heißt das Motto drei Tage vorher, am Montag, 23. September, um 20 Uhr. Dann ist Professor Dr. Harald Lesch im Kuko zu Gast und trifft dabei auf die Echo-Gewinner Quadro Nuevo. Sie nehmen die Zuhörer mit auf eine besondere Reise durch die Erdgeschichte. Quadro Nuevo begleitet bereits seit Jahren die Konzerte zu den Ausstellungen im Lokschuppen und hat zu den jeweiligen Themen eigene Kompositionen beigesteuert. Mulo Francel, der Saxofonist der Formation Quadro Nuevo, berichtet darüber, wie es jetzt zu der ungewöhnlichen Konstellation aus Wissenschaftler und Musikern kam und was das Publikum dabei erwartet.

Erstmals gibt es im Vorfeld einer Ausstellung das Format „Konzert & Talk“. Wie ist es dazu gekommen?

Das Thema „Saurier – Giganten der Meere“ ist spannend. Musikalisch ist es auf den ersten Blick aber weniger zugänglich. Da dachte ich mir: Mach aus der Not eine Tugend! Das Verschwinden der Saurier beruht maßgeblich auf Vorgängen im All, auf Physik, auf Klimaveränderungen. Holen wir uns einen wortgewaltigen Spezialisten auf diesem Gebiet. Laden wir uns Harald Lesch ein.

Es wird eine musikalisch-wissenschaftliche Reise durch die Erdgeschichte. Wie setzt man das musikalisch um?

Umgesetzt werden die astrophysikalischen Themen an unserem gemeinsamen Abend in erster Linie verbal. Harald Lesch kann das. Er ist großartig. Er hat die Gabe komplexe Entwicklungen mit viel Wortwitz für uns alle verständlich zu machen. Wir kommentieren und umrahmen ihn poetisch-musikalisch.

Sie haben „evolutionär veränderte“ Lieder von Quadro Nuevo für diesen Abend angekündigt. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Wir spielen Lieder, die von den Sternen und vom Mond abgeleitet sind. Wir improvisieren und lassen uns dabei von Harald Leschs Gedankenbögen inspirieren. Die Songs klingen dadurch anders, als wenn wir sie „normal“ spielen würden. Außerdem bringen wir ein paar ausgefallene Instrumente auf die Bühne. Die tief wogende Kontrabass-Klarinette, das große Kupferröhren-Glockenspiel, welches kosmisch anmutende Klänge erzeugt.

Verraten Sie einige Höhepunkte des Abends?

Vor einigen Monaten reiste ich durch den Iran. Eine reiche jahrtausendealte Kultur, in die ich mich immer mehr eingelesen und vor allem eingehört habe. Dabei entdeckte ich eines der bewegendsten Lieder: den alten persischen „Dance of Stars“. Diesen entrückten „Tanz der Sterne“ werden wir spielen.

Für Sie dürfte die Kombination aus Quadro Nuevo und Harald Lesch ja auch etwas Neues sein. Was nehmen Sie aus dieser Zusammenarbeit mit? Kann man sich von einem Wissenschaftler auch Ideen und Anregungen für die Musik holen?

Natürlich. Wir inspirieren uns gegenseitig. Die Vorgänge im All bestimmen den Fluss unserer Klänge. Die Musik steigert die Emotionen in Leschs Ausführungen – wie gute Filmmusik. Wir hatten in München und Berlin bereits gemeinsame Abende zu anderen Themen. Das klappt wunderbar.

Die Saurier sind einst durch einen Asteroideneinschlag von der Erdoberfläche verschwunden. Wird auch dieses Ereignis musikalisch dargestellt – und wenn ja, wie?

Ich sag jetzt mal: nein, nicht eins zu eins. Das fände ich etwas platt. Der Wissenschaftler spricht über einen implosiven Einschlag und die Musiker fabrizieren im selben Augenblick einen Riesenkrach dazu.

Saurier faszinieren die Menschen, insbesondere die Kinder. Welche Erinnerungen und persönliche Verbindungen haben Sie zum Thema Saurier?

Ich habe stundenlang mit Dinosaurierfiguren gespielt. Die sind durch mein ganzes Kinderzimmer gewandert, durch imaginäre Meere getaucht und haben sich gegenseitig gefressen.

Interview: Rosi Raab

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