Vom kleinen „Brummeisen“ bis zum großen Streichbass

von Redaktion

20 Jahre „Volksmusikschiff auf dem Chiemsee“: Bemerkenswerte Vielfalt von Instrumenten bei Jubiläumsfahrt

Prien – Das „Volksmusikschiff auf dem Chiemsee“ erfreut sich auch im 20. Jahr seines Bestehens großer Beliebtheit. Schon Wochen zuvor war es ausverkauft und die Zuhörer kamen aus allen Himmelsrichtungen – ebenso wie die Sänger und Musikanten. Das Ergebnis war eine dem strahlend-schönen Chiemgauer Herbsttag entsprechende, vielschichtig klingende „Farbpalette“ auf Schiffsplanken.

Den weitesten Anfahrtsweg hatten drei Frauen aus Telfs und Oberhofen im Tiroler Inntal zurückgelegt. Ihre Wohnorte liegen sich am Inn gegenüber, woraus der Gruppenname „Übern Inn Gesang“ entstand. Mit Liedern vom Almabschied, dem langsam nachlassenden Sommerwind und vom Fischerhandwerk erfreuten sie die Passagiere.

Publikum lauschte andächtig

Nicht ganz so weit zum Chiemsee hatten es die beiden Maultrommelspieler Hannae Schöttl und Luis Jais aus Mittenwald, zusammen mit ihrer Gitarrenbegleiterin Simone Anzenberger-Sauerwein aus Wallgau. Bei ihren Vorträgen wurde es in den Schiffsräumen immer besonders still, fast andächtig. Mit perfektem, virtuosem Spiel auf verschiedensten Maultrommeln, auch „Brummeisen“ genannt, zogen sie das Publikum in ihren Bann.

Die vier „Stommtischsänger“ aus Brandenberg in Tirol sind aus einer „Anklöpfler Gruppe“ entstanden und fanden sich 2012 zu einer festen Männer-Gesangsformation zusammen. Ihr breites Volkslied-Repertoire reicht von Liedern über die Jagerei, das Almleben, der Wirtshausgaudi, dem gern gehörten „Sprung übers Wasserl“ bis hin zum innigen und getragenen „Bei der Lindn bin i gsessn“. Begleitet wurden sie jeweils von der „Boarischen Alm Musi“ mit Simone Lahner, Manfred Wörnle auf ihren Zithern sowie Albert Lahner auf der Kontragitarre. Filigranes Zusammenspiel und der Wechsel zwischen kernigen und kraftvollen, ans „Werdenfelserische“ erinnernde Boarische, Landler und Polkerl im Wechsel mit anrührenden Kompositionen wie „Fürs Herz“ von Manfred Wörnle sind ihre Erkennungszeichen.

Einen besonderen Hörgenuss präsentierte schließlich der „Zeitlang Gsang“, der sich als flotte Instrumentalgruppe mit Harfe und Bassgeige vernehmen ließ, verstärkt durch Stefan Siglbauer aus Waging auf der „Diatonischen“. Die Harfenbauerin Franziska Kolb und ihre Schwester Regina aus Wiechs bei Bad Feilnbach singen in dieser Gruppe seit einiger Zeit zusammen mit Markus Kratzer aus Eben im Pongau. Mit viel Gespür fürs Feine und Edle, speziell im jodlerischen Bereich angesiedelte langgezogene Tonsequenzen gehören zu ihren Stärken.

Fürs „rassige“ Musizieren im Stile der Gerstreit Musi und anderer Volksmusikgruppen aus dem Berchtesgadener Land waren die Mitglieder der „Hirschanger Musi“ zuständig. Siegi Lenz aus Markt Schellenberg (Gitarre), seine Schwester Marion (Hackbrett), Christian Vonderthann aus Bischofswiesen (Steirische) und Max Oberweger aus Piding (Streichbass) waren ein echter Ohrenschmaus.

Viele der knapp 300 Zuhörer äußerten sich begeistert über die facettenreichen musikalischen Darbietungen im Verbund mit Heiterem und Wissenswertem von Sprecher Siegi Götze zu den Gruppen und zur Chiemseeregion.

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