Bruckmühl – Form und Farbe thematisiert die aktuelle Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl mit großformatigen Arbeiten der Malerin Elke Zauner und mit Skulpturen aus Holz des Bildhauers Heiko Börner. In ihrer Formensprache gänzlich verschieden, haben die Werke doch Gemeinsames: beide verblüffen den Betrachter mit ihrer durchdachten, originellen Konzeption. Bereits zweimal haben Zauner und Börner miteinander ausgestellt: Hier in Bruckmühl sind es 18 Arbeiten des Bildhauers und 19 Werke der Malerin, ausgewogen nicht nur in der Anzahl, sondern auch in der gemischten, reduzierten Hängung.
Mit großzügigem Duktus
Elke Zauner hat eine Reihe von Preisen und Förderungen – auch im Ausland – erhalten. Nach ihrer Ausbildung zur Kirchenmalerin absolvierte sie ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München bei Professor Baschang, bei dem sie Meisterschülerin wurde. Gerne arbeitet sie in großen Formaten, wobei Räume und Landschaften ihr wiederkehrendes Thema sind. Sie gestaltet diese Themen mit großzügigem Duktus in Öl auf Nessel.
Ihre Landschaften lehnen sich an klassische Vorbilder dieses Genres an: Mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund baut die Malerin ihr Bild auf. Das Sujet ist auf seine Grundformen reduziert und hat dennoch einen erzählerischen Aspekt, bei dem der Betrachter seinen Blick über die verschiedenen Ebenen wandern lassen kann. Die wesentlichen Elemente sind Spannung, Dynamik und Harmonie.
Für Zauners Räume gilt das gleiche: Mit senkrechten und waagerechten Linien und mit Farbe – häufig Türkis und Weiß – gestaltet sie Innenräume. Indem sie Unwichtiges weglässt, vermag sie die entscheidende Aussage wirkungsvoll in Szene zu setzen. Der Betrachter muss sich erst in diese Räume hineinsehen und hineindenken. Mit englischen Titeln versieht die Malerin ihre Werke, die als Titel angegebenen Orte sind fiktiv.
Ehe sich der Holzbildhauer Heiko Börner ans Werk macht, hat er bereits eine Vorstellung davon, wie sein Objekt aussehen wird. Dennoch fließen während des Arbeitsprozesses weitergehende Überlegungen ein. Da er mit verschiedenen Hölzern arbeitet, muss er die Beschaffenheit des jeweiligen Holzes berücksichtigen. Astlöcher und andere Fehlstellen werden in den Schaffensvorgang eingebunden, nicht als störend empfunden. Und welch ungewöhnliche Objekte sind letztendlich das Ergebnis von Börners bildhauerischer Arbeit! Man kann kaum glauben, dass diese Formen aus einem Stamm oder Holzblock geschaffen wurden. Ist da nicht doch ein Werk aus mehreren Teilen zusammengefügt worden? Richtungsänderungen, Ausbuchtungen, Vertiefungen bestimmen das endgültige Erscheinungsbild, bizarre Formen, aus der Balance herausgefallen und doch letztlich wieder stimmig. Mit jedem Standpunkt, den der Betrachter einnimmt, wandelt sich das Erscheinungsbild und vermittelt die Schönheit seiner Dynamik.
Heiko Börner bearbeitet die Oberfläche der endgültigen Form mit Werkzeugen wie Stechbeitel oder Axt. Er zieht feine Linien ins Holz, Schreib- oder Notenlinien nicht unähnlich. In einem letzten Werkgang versieht er die Skulpturen mit einer weißen, sehr feinen Lasur. Damit gestattet er seinen Werken ein Abrücken von der Natur, und verleiht ihnen statt dessen eine beabsichtigte Künstlichkeit.
Und hier sehen wir die innere Übereinstimmung von Börner und Zauner: Beide legen ihren Arbeiten die Natur zugrunde, heben diese aber bis zu einem gewissen Grad wieder auf.