Musikalische Brückenbauer

von Redaktion

Arash Sasan gastiert mit seinem Trio im „Le Pirate“ am Ludwigsplatz

Rosenheim – Ganz spannend wird es in der Musik ja oft, wenn sich Kulturen begegnen und musikalische Grenzgänger unterwegs sind. Ein interessantes Gastspiel bot da das Trio um den Sänger und Gitarristen Arash Sasan im „Le Pirate“. Die Begleiter waren der aus Venezuela stammende Kontrabassist Wilbert Pepper und der im Allgäu beheimatete Pianist Josef Ressle, ein Schüler des in Rosenheim bestens bekannten Tizian Jost – beide setzten eigene musikalische Akzente.

Die Grundlage für die Auftritte zog Arash Sasan aus seiner früheren Tätigkeit: Er arbeitete als junger Mann für das iranische Landwirtschaftsministerium, kam in die entlegensten Regionen seines Landes und hatte so Gelegenheit, viele traditionelle Lied- und Musikformen des Iran kennenzulernen. Das Trio präsentierte die iranischen und kaukasischen Stücke jedoch in modernem, jazzigen Gewand, im Wechsel mit reizvollen Eigenkompositionen von Arash Sasan.

Rassig und rhythmisch stieg das Trio ein, ergänzt mit feinen Pianopassagen von Ressle. Mit seiner tragenden Stimme, deren Erkältungssymptome durch einige Schlucke Whiskey im Laufe des Auftritts kuriert wurden, prägte Sasan den orientalisch-mediterranen Sound, der ein wenig an das hiesige „Mittelmeer-Orchester“ erinnerte. Eine Ballade über den „schönen Mond“ sang er gehaucht und rauchig, andere Stücke mit großer Dynamik und Verve.

Sehr schön gelang eine Gedichtvertonung des Lyrikers Hafis, der im deutschen Sprachraum durch Goethes „West-Östlichen Diwan“ bekannt ist, eine faszinierende Melange und ein Brückenbau zwischen Orient und Okzident, mit einigen Elementen aus dem Latin-Jazz. Der Reigen umfasste melancholische iranische Liebeslieder ebenso wie aufbegehrende Stücke voller Power wie eine Adaption eines Gedichts von Rumi. „Werde verrückt“ – so der Titel in deutscher Übersetzung – drückte einen Wunsch nach Änderung eines Zustands aus. Die faszinierenden Pianoläufe und das gekonnte Bass-Solo belohnte das Publikum mit begeistertem Applaus. Unerhörten orchestralen Charakter entwickelte das Trio mit dem Stück „Separation“, ebenso wie „Wake Up!“, einem Aufruf zum Einsatz für die Menschenrechte, in dem Sasan in seiner Moderation zum Kampf gegen Ungerechtigkeit aufrief.

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