Mysterythriller spielt in der Region

von Redaktion

Regisseur Fabian Altenried sucht für Kurzfilm noch Laiendarsteller

Regisseur und Produzent Fabian Altenried.

Foto Philipp Rühr/SChulden-

berg films

Bad Endorf – Mit dem Kurzfilm „Amygdala“ kehrt der Regisseur Fabian Altenried zu seinen Wurzeln zurück. Das Projekt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Film-Fernseh-Fonds Bayern. Die Kombination aus Mysterythriller und Heimatfilm macht eine bedrohliche Umweltkatastrophe zum Thema.

Im Fokus stehen vor allem die Menschen – wie sie angesichts einer solchen Bedrohung reagieren und mit dem Unerklärlichen umgehen. Amygdala ist eine Parabel auf das aus den Fugen geratene Verhältnis von Mensch und Natur.

Amygdala zuständig
für Emotionen

Im Gehirn ist die Amygdala für Emotionen, genauer gesagt für die Steuerung von Angst zuständig. Mit seinem Film will Altenried zeigen, wie irrational Menschen aus Angst handeln. „Wir haben Angst vor der Klimakatastrophe, weil sie uns abstrakt scheint. Dabei handelt es sich um eine konkrete Entwicklung, die schon jetzt viele Opfer fordert. Daher sollten wir Furcht haben, denn im Gegensatz zur Angst richtet sich die Furcht immer gegen etwas Konkretes. Furcht ist überlebensnotwendig und führt zum Handeln. Handeln ist angesichts der Klimakatastrophe überlebensnotwendig“, erklärt Fabian Altenried.

„Verändern die Menschen nicht ihr Handeln, entziehen sie sich selbst die Lebensgrundlage.“ Mit seinem kulturellen Beitrag konkretisiert der junge Regisseur ein globales Problem für die Region. Die Story: In einem bayerischen Dorf gerät die Welt aus den Fugen. Disteln blühen im Winter, die Kühe werden krank.

Der Tierarzt, ein stummer Eigenbrötler mit sensitiven Qualitäten, diagnostiziert geplatzte Trommelfelle. Als auch eine Bauerntochter schwer erkrankt und sich die Ursache nicht genau festmachen lässt, spitzt sich die Lage zu. Der Vater reagiert mit Wut, die Mutter mit Hilflosigkeit, der Dorfpfarrer versucht, die drohende Katastrophe für sich und seine von ihm propagierte Religion zu nutzen.

„Mir geht es darum, eine Geschichte zu erzählen, ohne mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen“, führt Altenried aus. Um die menschliche Reaktion auf Angst und Überforderung möglichst genau abzeichnen zu können, hat er sich ein Milieu ausgesucht, in dem er sich gut auskennt: er stammt aus Bad Endorf. Er kennt die Menschen und die Strukturen der dörflichen Gemeinschaft. Deshalb soll „Amygdala“ in der Region spielen – in einer Region, die sich durch wunderschöne Landschaft und Natur auszeichnet.

Sieben größere Rollen sind in dem Film zu besetzen, für die Altenried noch Laienschauspieler sucht, die „der bayerischen Sprache mächtig sind.“

Für das Casting in Rimsting können sich alle bewerben, die Lust haben mitzumachen und sich mit der Geschichte identifizieren können, die Figuren entwickeln wollen. „Ich habe eine klare Vorstellung von den Charakteren“, sagt der Regisseur. „Wir schauen beim Casting, wer sich die Rollen am besten zu eigen machen kann.“ Es sei wichtig, die richtigen Personen zu finden, da die Zeit für den Dreh sehr knapp ist – und trotz zweier Fördertöpfe auch das Budget. „Wenn jemand sehr gut zu der Rolle passt, können allerdings Szenen neu entstehen“, so Altenried. Ein Film entstehe beim Drehen.

A und O ist natürlich eine sehr gute, gründliche Vorbereitung. Seit fast zwei Jahren hat der Regisseur zusammen mit seinem Team an dem Projekt gearbeitet. Insgesamt wurden sieben Drehbuchfassungen entwickelt, was es der Crew beim eigentlichen Dreh erlauben wird, flexibel und doch zielgerichtet zu arbeiten. „Je besser das Drehbuch, umso freier sind wir beim Drehen.“ Ein Film sei eine Kette von Entscheidungen, für die eine klare Grundlage unabdingbar sei.

Auf der Crew lastet während dieser Phase der größte Druck. Neun Tage sind dafür eingeplant, danach wird das Material geschnitten. Ton- und Farbgestaltung sind letzte Möglichkeiten, die Geschichte noch zu beeinflussen, bevor der Film Premiere feiern kann.

Wer sich für eine der sieben größeren Rollen bewerben möchte oder als Statist mitmachen will, meldet sich unter amygdala@schuldenbergfilms.com oder Telefon 0163/8434522 bei Casting-Leiter Philipp Rühr. Das Casting findet am 10. November von 12 bis 16 Uhr und 11. November von 14 bis 16 Uhr in „Die Werkstatt“ in Rimsting, Rosenstraße 1, statt. Gesucht werden DarstellerInnen für die Rollen eines etwa achtjährigen Mädchens, einer 16-jährigen Jugendlichen, einer etwa 39-jährigen Mutter, einer etwa 42-jährigen Frau sowie für drei männliche Rollen im Alter von Mitte 30 bis Mitte 40.

Kurzporträt

Fabian Altenried stammt aus Bad Endorf. Der 32-Jährige hat an der Kunstakademie Düsseldorf Freie Kunst und an der Humboldt Universität Berlin Philosophie studiert. Seit 2013 ist er Geschäftsführer der Produktionsfirma Schuldenberg Films. Bereits während seines Studiums hat er sich für Film, vor allem für Videokunst-Performance interessiert. Sein Debütfilm „Oilfields Mines Hurricanes“, ein experimentelles Roadmovie, feierte 2014 beim Filmfestival in Rotterdam Premiere. „Zeitgenössische Kunst ist extrem elitär. Deshalb fasziniert mich das Medium Film: Dieser Klassiker macht Geschichten einer breiten Masse zugänglich. In der Fiktion liegt ungeheure Kraft.“ Altenried arbeitet gerne im Team, ihm gefällt an seiner Arbeit, dass er zusammen mit anderen Geschichten und Charaktere entwickeln kann. „So kann man sich gegenseitig inspirieren.“ Er lebt in Bad Endorf und Berlin, wo auch die Produktionsfirma sitzt. Der Kurzfilm „Amygdala“ soll circa 25 Minuten dauern, insgesamt werden 30 bis 40 Menschen an dem Projekt mitarbeiten.

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