Der Mann, der Ludwig Zwo erschoss

von Redaktion

Volkstheater spielt in Staudham Krimi von Jörg Herwegh nach historischer Vorlage

Staudham – Nach offizieller Version hat König Ludwig II. sich und den Arzt von Gudden in suizidaler Absicht anno 1886 in den Tod gerissen. Schnell aufkommende Gerüchte und Spekulationen behaupten seither der vielen Ungereimtheiten wegen: Es war Mord! Was aber, wenn die Ursache der beiden unnatürlichen Tode eine ganz andere war? Der Krimi „Da Kini-Schiaßer“, den das Volkstheater erstmals am Samstag, 23. November, aufführt, spekuliert fiktiv, auch wenn er auf erstaunlichen historischen Fakten aufbaut.

Antworten

auf offene Fragen

1906 fordert ein angeblicher Schriftsteller die Antworten auf die offenen Fragen nach dem Tod des „Märchen-Kinis“ ein. Er interviewt den ehemaligen Hofkoch, der nun ein Delikatessen-Geschäft in München betreibt und bereist das Dorf Berg, das direkt neben dem gleichnamigen Schloss liegt, dem Tatort des königlichen Krimis.

In einem kleinen Wirtshaus sucht er nach einem verrückten alten Säufer, den die Einheimischen nicht ernst nehmen und verächtlich den „Kini-Schiaßer“ nennen.

Der Spurensucher erkennt schnell, dass der Alte mehr als nur die üblichen Gerüchte weiß. Begleitete der „Kini-Schiaßer“ schließlich als Kavallerist der berühmten Chevaulegers den König in dessen letzten Lebensjahren. Autor Jörg Herwegh spielt mit den historischen Details dieser „Königskatastrophe“ aus dem Jahre 1886 am Starnberger See, der damals noch Würmsee hieß.

Herwegh: „Es war eher eine Katastrophe des bayerischen Königreichs, das mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 zunehmend seine Souveränität verlor und zuletzt nur noch repräsentative Dekoration war. In diesem Missverhältnis liegt ursächlich die Überforderung der damaligen politischen Entscheidungsträger in Bayern.

Die letzten Jahre des Monarchen Ludwig II., das Entmündigungsverfahren gegen ihn, der Ablauf seiner Gefangennahme auf Schloss Neuschwanstein, die Internierung auf Schloß Berg, der Tod im See… eine uns heute mehr denn je faszinierende Mixtur aus spannendem Politthriller, groteskem Kasperltheater, tiefster menschlicher Verzweiflung und rührseligem Schmachtfetzen.“

Der Volkskrimi setzt sich aus diesen vier Elementen zusammen, zeigt bewusst die Brüche. Er will keine seriöse Theorie über die tödlichen Vorgänge am Abend des Pfingstsonntags 1886 am Seeufer aufzeigen, sondern zutiefst menschliche Gefühle, Eitelkeiten, Drucksituationen oder Enttäuschungen, die oft banal zu verhängnisvollen Entscheidungen führten. Allein die idiotische, rasche und improvisierte Wahl von Schloss Berg zum überwachten Krankenhaus für einen als geisteskrank eingeschätzten Monarchen beweist den offiziellen Dilettantismus.

Mordversuche des Königs verhindern

Notdürftig wurde das Schloss, in dem Ludwig die meiste Zeit seines Lebens verbrachte und dessen nähere Umgebung er genaustens kannte, für die stationäre Behandlung hergerichtet, vor allem um Flucht- oder Selbstmordversuche des Königs zu verhindern; direkt angrenzend an das Dorf mit seinen Straßen, mit einem schwer zu überwachenden Park mit steilen Hängen und viel Baumbewuchs, circa einen Kilometer völlig offen zum See, auf dem Fischer und andere Ruderer zu jeder Zeit an das seichte Parkufer gelangen konnten.

Das Volkstheater wird das Stück im Theatersaal (Reihenbestuhlung) der Land-Wirtschaft Staudham an der B304 spielen. Zusätzlich zur Vorstellung können die Besucher auch ein Vier-Gänge-Krimi-Menü in der Gastronomie im Erdgeschoss wählen, das eineinhalb Stunden vor der Vorstellung beginnt.

Reservierungen für das Menü nimmt nur das Theaterbüro Herwegh über www.theater-herwegh.de, E-Mail info@herwegh.info oder unter Telefon 0174/9796191 entgegen. Dort können auch Eintrittskarten bestellt werden. Weitere Vorverkaufsstellen für Eintrittskarten sind die Buchhandlung Fabula in Wasserburg sowie das Ticket-Zentrum Kroiss an der Stollstraße in Rosenheim.

Spieltermine

Samstag, 23. November Sonntag, 24. November

Sonntag, 1. Dezember Samstag, 7. Dezember

Sonntag, 8. Dezember

Freitag, 10. Januar

Samstag, 11. Januar

Sonntag, 12. Januar.

Die Vorstellungen beginnen freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags bereits um 19 Uhr.

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