Rosenheim – Tuba und Dudelsack – das passt! Den Beweis lieferte die Band „steIRISH stew“ bei ihrem Auftritt im Rahmen der Rosenheimer Kleinkunsttage im Lokschuppen. Der musikalische Grenzgang zwischen Irland und dem Salzkammergut kam beim Publikum bestens an.
Aus Irish Steirisch
wird „steIRISH stew
„steIRISH stew“ ging aus der Band „Irish Steirisch“ hervor. Diese war vor zehn Jahren bei den Rosenheimer Kleinkunsttagen zu Gast. Mit ihrer geschickten Verknüpfung von traditioneller Ausseer Volksmusik und irisch-schottischem Folk brachte es die Formation zu diesem Zeitpunkt zu Auftritten auf der ganzen Welt. Danach wurde es aber zunehmend still, schon deshalb, weil sich mehrere Mitglieder aus privaten Gründen zurückziehen mussten.
Der Rest der Band wollte aber unter der Leitung von Gitarrist Ernst Gottschmann unbedingt weitermachen und startete mit neuem Namen und neuen Kollegen neu durch. „steIRISH“ setzt sich aus insgesamt sieben erfahrenen und professionellen Musikern und Musikerinnen zusammen: Philipp Egglmaier spielt Kontrabass, Kathrin Schadler Ziehharmonika und Tuba, Alois Marchner Geige, Walpurga Eitzinger Flöte. Christian Einheller ist für die Percussionsinstrumente zuständig. Den Gesang übernehmen hauptsächlich Walpurga Eitzinger und Ernst Gottschmann.
Erst kurz vor der Pause der ersten Halbzeit kam dann das siebte Bandmitglied mit auf die Bühne, und das aus gutem Grund. So gut und unterhaltsam die anderen Bandmitglieder auch sind, wenn Saskia Konz mit dem Dudelsack zu spielen beginnt, zieht sie automatisch die ganze Aufmerksamkeit auf sich, schon deshalb, weil dieses traditionelle schottische Blasinstrument auch ganz ohne technische Verstärkung, buchstäblich tonangebend ist.
Lernt ein Schotte das Spiel sechs Jahre?
Man sagt, ein Schotte braucht sechs Jahre, bis er den Dudelsack einigermaßen gut beherrscht. Saskia Konz hat sich diese Kunst zuerst autodidaktisch, dann über Workshops und zuletzt durch Einzelunterricht in Schottland und England beigebracht.
PippiLangstrumpf-
Song per „Sackpfeife“
Die zierliche Frau mit den langen blonden Haaren begeisterte die Zuschauer mit Können und Spielfreude. Bei ihren Solos präsentierte sie sich experimentierfreudig. Sie versteht es aber auch, sich in die Band einzubinden und deren musikalische Bandbreite zu bereichern und zu untermalen. Besonders viel Applaus gab es, als sie am Schluss der fast dreistündigen Show mit Tubistin Kathrin Schadler einige traditionelle irische Volksstücke anspielte und dann das bekannte Titel-Lied von Pippi Langstrumpf zum Besten gab. Da hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen. Begeistert spendeten sie stehenden Applaus.
Einziger Wermuts-Tropfen eines ansonsten rundum gelungenen Abends: Die sprachlichen Überleitungen zwischen den musikalischen Beiträgen waren teils deutlich zu lang. In der zweiten Hälfte wurden darum Rufe „Spielt endlich weiter“ laut.