Wie Frauen sich in verschiedenen Epochen der Kunst verschreiben

von Redaktion

Ausstellung „Musenhof II“ in Neubeuern zeigt ungewöhnliche Exponate dreier Künstlerinnen

Neubeuern – Aus Abfall entsteht Pappmaché und daraus wiederum etwas Lebendiges, Sinnvolles und Nachhaltiges: Figuren. Und: In Weckgläsern wachsen besondere Briefe. Schließlich signalisieren Blütenteppiche Vergänglichkeit und Ewigkeit – all das ist in der Ausstellung „Musenhof II“ in der „Alten Raiffeisen“ in Neubeuern vereint und geschaffen durch die Künstlerinnen Marianne Pitzen, Ellen Sinzig und Margret Schopka vom Frauenmuseum in Bonn.

Gästebücher verraten viel über Künstlertreff

In ihrer Laudatio wiesen Reinhard Käsinger vom Schloss Neubeuern und Ulrike Gierlinger besonders darauf hin, dass die drei Frauen im Vorfeld ihrer Ausstellung über die Gästebücher des Schlosses Neubeuern reichhaltige Informationen über die Bedeutung dieses früheren Künstlertreffpunktes gefunden haben. So entstand eine Hommage an die Initiatorinnen der Neubeurer Woche 1911, insbesondere für Julie von Wendelstadt und Ottonie von Degenfeld-Schonburg. Da sich das weltweit erste Frauenmuseum in Bonn der Bedeutung von Frauen zur Förderung und Entstehung von Kunst in verschiedenen Zeitepochen widmet, haben die drei Künstlerinnen den Bogen von 1911 bis jetzt gespannt.

Marianne Pitzen, die Gründerin und Direktorin des Frauenmuseums, lässt die Gastgeberinnen vom Schloss Neubeuern inhaltsreich aus weißem Papier lebendig werden. Inhaltsreich ist nicht nur die Gestaltung, sondern auch der Inhalt, mit dem diese Figuren gestützt werden. Sie sind nicht nur im Sinne der Erinnerung nachhaltig gestaltet, sondern auch vom Material her. Dafür wurde Papier, das als Abfall übrig geblieben ist, als Pappmaschee verarbeitet.

Bei Ellen Sinzig, in chinesischer Kalligrafie ausgebildet, wachsen in einem „Garten der Erinnerungen“ Briefe der Schlossbewohnerinnen an die Dichter in Weckgläsern aus der Erde.

Der Augenblick des perfekten Pinselstrichs

In ihren Bildern werden Kalligrafien, mit Tusche gemalt, mit Computergrafiken und gedruckten und handgeschriebenen Texten verbunden. Sie symbolisieren den Augenblick eines perfekten Pinselstriches und stellen ihn der Rechenleistung eines Computers, und den perfekten Computertext der Handschrift gegenüber.

Morbide Zeichen und ein Blick aufs Dasein

Sechs Monate im Jahr verbringt Margret Schopka in Island. In dieser Weite und Einsamkeit hat sich ihre Kunst der LandArt entwickelt. Auf winddurchlässigem Gaze entstanden ihre Blütenteppiche, sie sehen wie Blütenumhänge aus und als solche hat sie sie Julie von Wendelstadt und Ottonie von Degenfeld-Schonburg gewidmet. Morbide Zeichen der Vergänglichkeit und Ewigkeit und ein Blick auf das Dasein.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 10. November, zu sehen. Geöffnet ist Freitag 18 bis 20 Uhr, Samstag 14 bis 19 Uhr, Sonntag 11 bis 19 Uhr.

Artikel 3 von 9