Chieming/Ising – Der Kontrabass erreicht nicht nur den tiefsten Ton der Streichergruppe eines Orchesters, er ist auch das größte Streichinstrument. Wenn er „bespielt“ wird, dann kann er tanzen. Führt auch die Violine mit ihren Höhen zumeist die Melodien und kauft, voll Überheblichkeit, mit ihrer Nähe zum Dirigenten dem „Dicken“ die Schneid ab, so kann doch der Kontrabass mit ganz eigenen und nicht weniger spektakulären Begabungen parieren – sofern er den richtigen Spieler gefunden hat. Die vier Kontrabässe auf der Bühne des Vereins KulturGut Ising haben Glück. Denn ihre vier Spieler erkannten ihre Talente und kitzelten sie mit Leidenschaft aus ihrer tieftönigen Seele heraus: The Bassmonsters waren zum zweiten Mal in Ising zu Gast und die Gäste konnten mit aufregenden Bearbeitungen aus unterschiedlichsten Musikgenres eher einen musikalischen und herzerfrischenden Aufwind erleben. Ist doch ein Kontrabassquartett an sich schon eine Rarität, so darf man dieses, wohl dem so Repertoire und seiner Virtuosität geschuldet, zurecht als monsterhaft gut bezeichnen. In einzigartiger Synthese aus Rockmusik und Klassik wirkten vier Weltklassekontrabassisten – Luzia Vieira und Ricardo Tapadinhas aus Portugal, Claus Freudenstein aus Mühldorf und Thomas Hille aus München. Die „bom-Bass-tischen“ Vier traten heuer gar mit einer „Vorband“ auf, dem achtjährigen Korbinian Brustgi aus Mühldorf mit seinem Mini-Bass, der fehlerfrei den Zuhörern demonstrierte, dass auch kleine Hände Bass tauglich sein können – ein bewegender Auftakt, in dessen Stimmung das Quartett mit Parallel Universe (Red Hot Chili Peppers) einsetzte. Die Zuhörer kommentierten und applaudierten. Die grenzenlose Spielmöglichkeit des so gar nicht behäbigen Streichinstruments beeindruckte. So hätte der Abend endlos weiterlaufen können, man hatte sich voll „an- und eingebasst“, war so gar nicht „kontra“, sondern viel mehr „pro“ Bass und erklatschte sich noch etliche Zugaben.