Marokkanische Impressionen

von Redaktion

„Roverandom“ präsentieren ihre neue Stücke in einer Gärtnerei

Bad Endorf – Die Independentformation „Roverandom“ gastiert gerne auch an ungewöhnlichen Orten, und so war es diesmal das Glashaus der Gärtnerei im Bad Endorfer Ortsteil Jolling, wo die Band von Hans Eberle ihre neuen Stücke präsentierte. In einem anderen Projekt spielen Roverandom mit dem „Mittelmeerorchester“, einer großen Formation mit Musikern aus der Türkei und aus Griechenland. Als Variante integrierte die Band diesmal Mohamed, einen versierten Saitenmusiker aus Marokko, der einige Impulse setzen konnte.

Los ging es fröhlich-rhythmisch, mit einem arabisch geprägten Kindertanzlied unter dem Motto „meine liebe Mama“, hier kam erstmal die Stimme von Rosalie Eberle, ihres Zeichens diplomierte Jazzvokalistin, zum Tragen – ein wunderschöner Auftakt. „Typisch Roverandom“ war das geheimnisvolle Intro von Bass (Hans Eberle) und Rahmentrommel (Bernhard Breitung) in Stück zwei, das sich mit dem Scat-Gesang von Rosalie Eberle und immer dichterem Rhythmus steigerte. Die Band bleibt nicht stehen und entwickelt stets weitere Stücke, so auch eine von A-cappella-Gesang eingeleitete Komposition, auf die wieder ein marokkanischer Impuls folgte: „Das Leben geht weiter“.

Diesmal kamen die Bläser zum Einsatz und Bettina Woitalla wechselte von der Violine zum Waldhorn, in Kombination mit Hans Eberle am Saxofon. Dann überraschte Eberle mit einem vom Flohmarkt erworbenen Tasteninstrument, dem sich eine einprägsame Tonfolge entlocken ließ. Die Band stimmte melodisch ein und eine leichte, spielerische Stimmung machte sich im Glashaus breit, was sich in einem nach Indiomusik der Anden klingenden Titel noch verstärkte. Mohamed spielte in den Stücken ein feines, virtuoses Banjo und wechselte mit einem traditionellen, kurzen und dreisaitigen Instrument.

Victor Ruiz steuerte diesmal am Keyboard Melodiöses und Rhythmisches bei. „Fernandos Theme“ war ein Abgesang auf einen verstorbenen Bullterrier, mit feinem Requiem, geprägt durch Bass und Waldhorn. Mit gutem Tempo, dabei rhythmisch und schräg, ließ die Band die „Champignons“ im Glashaus wachsen und setzte mit einem „Walkadili Walkaday“ noch einen melodisch-leichten Kontrast. Das Konzept aus schrägeren Roverandom-Kompositionen und marokkanischen Tanzrhythmen ging gut auf, machte durch die vielen Überraschungen Spaß und öffnete den einen oder anderen Gehörkanal wieder neu.afr

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