Stimmungsvolle Klanggemälde

von Redaktion

Beeindruckendes Herbstkonzert der Stadtkapelle Wasserburg in der Badriahalle

Wasserburg – Für das traditionelle Herbstkonzert begab sich die Stadtkapelle auf eine musikalische Entdeckungsreise nach Südostasien und Japan. Musical-Kompositionen, Filmmusik und fernöstlich anmutende Klangimpressionen sorgten für einen kurzweiligen Konzertabend.

Mit dem Motto „Bilder aus Fernost“ hatte Orchesterleiter Michael Kummer den Publikumsgeschmack getroffen. Bei den Geschichten rund um die Musik gab es immer wieder Grund zum Lachen und zum Staunen. Die beiden Stadtkapellenorchester wiederum spielten konzentriert und mit Begeisterung.

Die Jugendkapelle eröffnete den Abend mit „Crossroads“, eine zeitgenössische Komposition des Niederländers Carl Wittrock. Das junge Orchester unter Leitung von Peter Weber löste die schwierige Aufgabe mit Bravour. Anschließend folgten die sinfonische Fassung des zeitlosen, irischen Volksliedes „Carrickfergus“ und „Mr. Sandman“ von Pat Ballard. Zeit zum Träumen wie in „Mr. Sandman“ besungen, blieb dem Publikum allerdings mitnichten. Denn die Stadtkapelle kam auf die Bühne und widmete sich dem musikalischen Themenschwerpunkt „Bilder aus Fernost“. Mit dem Titel „Voyage – Flight into a Hopeful Future“ des Japaners Satoshi Yagisawa wurde der fernöstliche Teil des Abends eröffnet. Die drei Teile des Werkes für Blasorchester, „Freude“, „Dankbarkeit“, „Mut und Hoffnung“ kamen auch musikalisch zum Ausdruck. Ein Hauch Melancholie wiederum bestimmte dann das nächste Stück, ein Auszug aus der von Joe Hisaishi komponierten Filmmusik zu „Prinzessin Mononoke“ aus dem Studio Ghibli, das heute als Meisterwerk unter den Anime-Filmen gilt. Melodramatik bestimmte auch ein Medley aus „Miss Saigon“, ein Musical über die unglückliche Liebe zwischen zwei Menschen unterschiedlicher Kulturen. Es basiert auf dem Roman „Madame Chrysanthème“ von Pierre Loti aus dem Jahr 1887. Giacomo Puccini schrieb um 1900 dazu die Oper „Madame Butterfly“. Komponist Claude-Michel Schönberg und Texter Alain Boublil verlegten die Handlung in den April 1975 während der letzten Wochen des Vietnamkrieges. Das eindrucksvoll arrangierte Stück „Impressions of Japan“ dürfte wohl den westlichen Vorstellungen von japanischer Musik am nächsten kommen. Der US-Amerikaner James Barnes komponierte das magische Klanggemälde mit imposanten Trommelrhythmen und Glockenspielpassagen nach einer Japanreise. Oft stamme die Musik, die mit fernöstlichen Klangvorstellungen assoziiert werden, aus der Feder westlicher Komponisten. Kompositionen japanischer Musiker wiederum klängen häufig europäisch, so Michael Kummer. Der musikalische Brückenschlag der Stadtkapelle zwischen den Kulturen war mit „Bildern aus Fernost“ jedenfalls gelungen.

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