Komponist, Chemiker und Pianist

von Redaktion

Dr. Robert Engl feiert morgen seinen 90. Geburtstag

Wasserburg – Ein passionierter Musiker, Pianist, Organist und Komponist wird morgen, Sonntag, 90: Dr. Robert Engl. Als der Jubilar in jungen Jahren nach Diplomexamen und Promotion ein Stipendium in den USA erhielt, war dieses Land der unbegrenzten Möglichkeiten für Engl eine tiefe Erfahrung, eine enorme Erweiterung des europäischen Horizonts. Nicht zuletzt öffnete es ihm die Ohren für die Musik des Jazz, machte ihn empfänglich für die lässig-konzentrierte Spielweise der Improvisation.

Eine Tante ebnete
den Weg zur Musik

Beruflich widmete sich Dr. Engl zwar der Chemie, doch seine Leidenschaft galt der Tonkunst. Eine Tante, selbst professionelle Pianistin, ebnete dem Neffen den Weg zur Musik. So wurde Engl ein zünftiger Pianist – neben seinem Job als vielseitig eingesetzter Leiter der Qualitätssicherung im Milchwerk Meggle bei Wasserburg. Seine Pensionierung brachte dem passionierten Musiker einen gewaltigen Kreativschub. Neben dem Klavierspiel betreute er die evangelische Gemeinde Wasserburg nicht nur als Organist, sondern profilierte sich mehr und mehr als Komponist. Er schuf geistliche Musik, etwa das Melodram nach dem alttestamentarischen „Jakob“ für Gesang und Orgel und Kammermusik von geistvoller Unbeschwertheit. Dazu zählt das „Rondo“ für Trompete, Klarinette und Klavier, einst vom Wasserburger Kammerorchester in einer Fassung mit Streichern aufgeführt. Unvergessen die Präsentation dieses Stücks im Rahmen des Tonkünstlerverbands mit Engl am Klavier, dem Klarinettisten Stefan Koody-Kreutzer und Engls Sohn Mathias mit der Trompete. Die frühen Eindrücke durch den amerikanischen Jazz haben sich beim Sohn verdichtet. Dieser wirkt als Jazztrompeter. Reminiszenzen an die vertrackte Rhythmik dieser Musik finden sich aber auch in Engls geistlichen Kompositionen, die technisch wie musikalisch anspruchsvoll doch in ihrer Emotionalität den Hörer mitreißen. Lange Jahre war Engl Schatzmeister des Tonkünstlerverbands Südostbayern. Im vergangenen Jahr wurde ihm wegen seiner Verdienste die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Konzerte des Verbandes bereicherte er mit Werken aus seiner Feder wie der „Passacaglia zu vier Händen“ oder den Bearbeitungen Regerscher Orgelwerke für Violoncello und Klavier.

In seiner Obhut: Essbare Pflanzen

Nicht zuletzt runden die vielseitige Tätigkeit Engls seine Musikkritiken in den OVB-Heimatzeitungen ab. Mit der fundierten und Wesentliches erfassenden Berichterstattung war eine zuverlässige Messlatte für die Qualität der Konzerte in dieser Region etabliert. Kraft schöpft der Künstler aus dem Zusammenhalt der Familie und seinem Garten: Die „essbaren Pflanzen und Obst((bäume)“ stehen unter seiner Obhut. Morgen feiert Engl seinen 90. Geburtstag in Reitmehring.

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